• Zum Inhalt springen
  • Skip to secondary menu
  • Zur Seitenspalte springen

Die Chemie Zeitschrift Österreichs

Das unabhängige Traditionsmagazin

  • Das Magazin
    • Über die Österreichische Chemie Zeitschrift
    • 120 Jahre
    • Abonnement
    • Mediadaten
    • Online-Archiv
  • Resorts
    • Forschung
    • Foto Freitag
    • Messe
    • Publikation
    • Personalia
    • Bildung
  • Messekalender
  • Chemie-Lexikon
  • Links
    • L&B
    • labor
    • Kunststoff
  • Welkin Media Verlag
Aktuelle Seite: Start / Lexikon / Kovalente/Atom Bindung

Kovalente/Atom Bindung

3. November 2025 von Lexikon

Kovalente Bindung – auch Atombindung genannt, ein älterer Begriff, der in der Lehre nach wie vor weit verbreitet ist – bezeichnet den gerichteten Zusammenhalt von Nichtmetall‑Atomen, der durch gemeinsam genutzte Elektronenpaare erzeugt wird. Dieses Prinzip erklärt nicht nur, weshalb Moleküle entstehen, sondern bestimmt auch ihre räumliche Gestalt, ihre physikalische Festigkeit und ihr chemisches Verhalten. Vom lebenswichtigen Sauerstoffgas bis zum extrem harten Diamant sorgen kovalente Kopplungen dafür, dass Atome in stabilen Mustern angeordnet bleiben. Ein grundlegendes Verständnis ihrer Struktur, Polarität und Energie eröffnet daher den Schlüssel zu unzähligen Reaktionen und Materialien.

Grundlagen von Kovalenten Bindungen

Einfachbindung: Methan (CH4) | CC0 – via https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/6b57a9801450ecd6eccd5fe0f670290b279309f3
Einfachbindung: Methan (CH4) | CC0 – via Creativ Commons

Bei einer kovalenten Kopplung überlappen die äußeren Elektronenwolken zweier Atome. Mindestens zwei Elektronen bilden dabei ein gemeinsames Paar, das beide Kerne anzieht, während es die gegenseitige Kernabstoßung abschirmt. Ein solches bindendes Paar entsteht in seiner einfachsten Form im Wasserstoffmolekül. Wenn die Partner zwei oder drei Paare teilen, erscheint eine Doppelbindung oder Dreifachbindung. Jedes zusätzliche Paar verkürzt den Abstand zwischen den Kernen und erhöht die Trennungsenergie. Neben den üblichen σ und π Bindungen wurden bei manchen Nebengruppenelementen sogar δ Beiträge nachgewiesen. Ein Elektronenpaar kann nicht nur zwei, sondern auch drei Zentren zusammenhalten, wie es bei Borhydriden oder Fluoriden schwerer Hauptgruppenelemente auftritt. Solche Mehrzentrenbindungen erklären, warum die Oktettregel manchmal verletzt wird.

Valenzelektronen, freie Paare und Formalladungen

Dreifachbindung: Stickstoff (N2) | CC0 – via https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/db8237fa575b69756b5a401730c7f1b937065910
Unterschiede in der Elektronegativität und ihre Auswirkungen auf die Polarität chemischer Bindungen | CC0 – via Creativ Commons

Die Valenzelektronen lassen sich in Lewis Symbolen als Punkte um das Elementsymbol darstellen. Werden zwei einzelne Punkte zusammengeführt, entsteht ein Strich als Kurzform für ein bindendes Paar. Punkte, die unverändert bleiben, repräsentieren freie Paare, die Struktur und Polarität beeinflussen. Durch Verschieben der Paare können Doppel- oder Dreifachbindungen formuliert werden. Entspricht die Zahl zugeteilter Elektronen nicht der Kernladung, erhält das Atom eine Formalladung, die als kleines Plus oder Minus erscheint. Das Kohlenstoffmonoxid liefert ein bekanntes Beispiel, bei dem Kohlenstoff formal positiv und Sauerstoff negativ ist.

Stabilität durch Edelgasregel

Der amerikanische Chemiker Lewis und der deutsche Kossel beobachteten 1916, dass viele Atome die Elektronenkonfiguration des nächsten Edelgases anstreben. Wasserstoff genügt sich mit zwei Elektronen, weil Helium das nächstgelegene Edelgas darstellt. Die Elemente der zweiten Periode streben dagegen ein Oktett aus vier Paaren an. Diese Faustregel funktioniert besonders gut für Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff und macht verständlich, weshalb Kohlenstoff vier Bindungen bevorzugt, Stickstoff drei und Sauerstoff zwei. Bei schwereren Elementen können jedoch Ausnahmen auftreten. Phosphor, Schwefel oder Chlor überschreiten das Oktett, während Bor und einige Übergangsmetalle Bindungen mit Elektronenmangel bilden. Mehrzentrenbindungen oder die achtzehn Elektronen Regel liefern in diesen Fällen ein schlüssiges Bild.

Polarität und Dipolmoment

Ziehen zwei Atome mit unterschiedlicher Elektronegativität an einem gemeinsamen Paar, verschiebt sich die Ladungsdichte zum elektronegativeren Partner. Die Bindung erhält zwei Pole, gekennzeichnet durch δ minus und δ plus. Bei sehr großen Unterschieden entsteht der Grenzfall einer ionischen Bindung. Ob ein Molekül insgesamt polar ist, hängt jedoch zusätzlich von seiner Form ab. Im linear symmetrischen Kohlenstoffdioxid heben sich die beiden Bindungsdipole gegenseitig auf, während das gewinkelte Wassermolekül ein ausgeprägtes Gesamtdipolmoment besitzt, obwohl die Einzelbindung weniger polar ist als in Fluorwasserstoff.

Unterschiede in der Elektronegativität und ihre Auswirkungen auf die Polarität chemischer Bindungen | CC0 – via https://de.wikipedia.org/wiki/Kovalente_Bindung
Unterschiede in der Elektronegativität und ihre Auswirkungen auf die Polarität chemischer Bindungen | CC0 – via Creativ Commons

Dipolmoment und Molekülgestalt

Das Vektorsummenprinzip zeigt, wie sich Bindungsdipole addieren. Fluorwasserstoff besitzt nur eine polare Bindung und ist zwangsläufig ein Dipol. Wasser bleibt aufgrund seines Winkelbaus ebenfalls polar. Schwefelhexafluorid ist trotz stark polarisierter S-F Bindungen unpolar, weil sich die Dipole in seiner oktaedrischen Struktur aufheben.

Räumliche Ausrichtung von Molekülen

Das Elektronenpaarabstoßungsmodell, VSEPR genannt, sagt voraus, dass sich Elektronenwolken so weit wie möglich voneinander entfernen, um repulsive Kräfte zu minimieren. Zwei Wolken ordnen sich linear an wie bei Blausäure, drei bilden eine trigonale Ebene wie in Kohlensäure, und vier ergeben eine tetraedrische Umgebung wie in Methan. Kommen freie Paare hinzu, verkleinern sie die Bindungswinkel, da sie mehr Raum beanspruchen als bindende Paare. So beträgt der Winkel im Wassermolekül etwa 104,5 Grad statt des idealen tetraedrischen Wertes von 109,5 Grad, während Ammoniak mit einem freien Paar auf 107,8 Grad kommt.

von links nach rechts: 
Blausäure (HCN): 2 Kugelwolken, linear, Bindungswinkel 180°
Kohlensäure (H2CO3): 3 Kugelwolken, trigonal planar, Bindungswinkel ~120°
Wasser (H2O): 4 Kugelwolken, tetraedrisch abgeschätzt, tatsächlicher Winkel 104,5°
Ammoniak (NH3): 4 Kugelwolken, tetraedrisch abgeschätzt, tatsächlicher Winkel 107,8°
Methan (CH4): 4 Kugelwolken, tetraedrisch, Bindungswinkel 109,47°  | CC0 – via https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Hydrogen-cyanide-2D.svg
von links nach rechts:
Blausäure (HCN): 2 Kugelwolken, linear, Bindungswinkel 180°
Kohlensäure (H2CO3): 3 Kugelwolken, trigonal planar, Bindungswinkel ~120°
Wasser (H2O): 4 Kugelwolken, tetraedrisch abgeschätzt, tatsächlicher Winkel 104,5°
Ammoniak (NH3): 4 Kugelwolken, tetraedrisch abgeschätzt, tatsächlicher Winkel 107,8°
Methan (CH4): 4 Kugelwolken, tetraedrisch, Bindungswinkel 109,47° | CC0 – via Creativ Commons

Bindungslänge und Bindungsenergie

Der Abstand zwischen zwei gebundenen Atomen lässt sich aus Rotationsspektren ermitteln. Er nimmt mit wachsendem Atomradius zu, was die Reihe H-F 92 pm, H-Cl 128 pm und H-I 160 pm zeigt. Wird dieselbe Atomart mit mehr Elektronenpaaren verbunden, verkürzt sich die Strecke. Die Kohlenstoff Kohlenstoff Einfachbindung ist etwa 154 pm lang, die Dreifachbindung nur 120 pm. Parallel dazu wächst die Dissoziationsenthalpie von 348 Kilojoule pro Mol auf 839 Kilojoule pro Mol. Unter gleichen Bedingungen liefern kurze Bindungen stets eine höhere Festigkeit.

Besondere Erscheinungen

Konjugation und Aromatizität

Folgen Einfach- und Doppelbindungen im Wechsel, können π Elektronen über mehrere Atome wandern. Diese Konjugation führt dazu, dass die betroffenen Bindungen einander angleichen. Bei Benzol sind deshalb alle sechs Kohlenstoff Kohlenstoff Abstände identisch. Das Phänomen wird Aromatizität genannt und folgt der Hückel Regel, die für einen geschlossenen Ring mit dauerhaft delokalisierten π Elektronen erfüllt sein muss.

Starrheit von Mehrfachbindungen

Eine Einfachbindung lässt freie Drehung der beteiligten Atome zu. Butan existiert daher in zahlreichen Konformationen, die sich bei Raumtemperatur schnell ineinander umwandeln. Mehrfachbindungen sind dagegen starr. In 2 Buten führt diese Einschränkung zu zwei unterscheidbaren Varianten, cis und trans genannt, die verschiedene Siedepunkte aufweisen.

Koordinative Bindungen

Ein freies Elektronenpaar kann einem Bindungspartner vollständig zur Verfügung gestellt werden. Das resultierende Paar hält die Zentren ebenfalls fest zusammen, doch beide Elektronen stammen ursprünglich nur von einem Atom. Solche dativen Bindungen treten in zahlreichen Komplexionen auf. Das Ammonium Kation entsteht, wenn das freie Paar des Ammoniak einen Protonenplatz besetzt. Im Tetraammin Kupfer Komplex koordiniert Stickstoff an das zentrale Kupfer Ion und schafft so ein stabiles Gebilde.

Bedeutung für Chemie und Materialwissenschaft

Die Konzepte der kovalenten Kopplung erklären, warum Makromoleküle frei drehbare Abschnitte und starre Ringe kombinieren können und warum bestimmte Gruppen in Enzymtaschen genau ausgerichtet werden. In Siliciumdioxid vernetzen sich SiO4 Tetraeder zu einem räumlichen Gitter, das Quarz seine außergewöhnliche Härte verleiht. Viele moderne Werkstoffe von leitfähigen Polymeren bis zu Kohlenstoff Nanoröhren verdanken ihre Eigenschaften der gezielten Kontrolle über Anzahl und Art der Elektronenpaare.

Der vorliegende Text stellt eine vollständig überarbeitete und neu strukturierte Fassung des Wikipedia-Artikels „Kovalente Bindung“ dar. Er unterliegt der Lizenz CC BY-SA 3.0 und enthält keine inhaltlichen Ergänzungen über die Originalquelle hinaus. Stand: 25.07.2025

Kategorie: Lexikon Stichworte: Atombindung, Kovalente Bindung

Seitenspalte

Messekalender

  • LOPEC Kongress

    Der LOPEC Kongress 2026 findet vom 24. bis 26. Februar 2026 im Messezentrum München statt und gilt als weltweit bedeutendste Kommunikationsplattform […]

  • LOPEC

    Die LOPEC 2026 findet vom 25. bis 26. Februar 2026 in der Messe München statt und gilt als führende internationale Fachmesse mit begleitendem […]

  • EMPACK Dortmund

    Die EMPACK Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für die Verpackungsindustrie und bietet ein kompaktes Update zu den wichtigsten Innovationen […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss. Im Fokus stehen Produkte, Services und […]

  • PUMPS & VALVES Dortmund

    Die PUMPS & VALVES Dortmund 2026 ist die spezialisierte Fachmesse für industrielle Pumpen, Armaturen und prozesstechnische Komponenten. In nur […]

Die aktuelle Chemie

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Unser Newsletter-Archiv

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Lebensmittel-&Biotechnologie und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • EcoVadis verleiht Platinmedaille an TOMRA Recycling
    am 6. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    TOMRA Recycling erhält die EcoVadis-Platinmedaille und erreicht 87 von 100 Punkten in der Nachhaltigkeitsbewertung. Damit zählt das Unternehmen zu den besten ein Prozent aller weltweit bewerteten Unternehmen innerhalb der letzten zwölf Monate. […]

  • Kontaktlose Energieversorgung für FTS in der Intralogistik
    am 6. Februar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    VAHLE zeigt vom 24. bis 26. März auf der LogiMAT in Stuttgart Lösungen zur kontaktlosen Energieversorgung von fahrerlosen Transportsystemen. Gezeigt werden Konzepte für die Intralogistik mit induktiver Energieübertragung und punktueller […]

  • EU-Verordnung bringt neue Vorgaben für Kunststoffgranulat
    am 5. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die EU-Verordnung 2025/2365 bringt neue Pflichten für den Umgang mit Kunststoffgranulat. Ein Webinar am 24.2.2026 der Wirtschaftskammer Österreich informiert über Regelungen, Fristen und Anforderungen entlang der Lieferkette. The post […]

  • Vetter senkt Treibhausgasemissionen durch erneuerbare Energien
    am 5. Februar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Vetter hat Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen konkretisiert und stellt die Energieversorgung an seinen Standorten schrittweise auf erneuerbare Energien um. Biomethan und Photovoltaik sind dabei Bestandteile der Energieversorgung. […]

  • Betti Heick verstärkt ab März 2026 den Vorstand von Biesterfeld
    am 4. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Biesterfeld beruft Betti Heick zum 1. März 2026 in den Vorstand der Biesterfeld Group. Die Entscheidung ist Teil eines strukturierten Nachfolgeprozesses und stärkt die strategische Weiterentwicklung in zentralen Märkten und Geschäftseinheiten. […]

  • INTEGRA unterstützt Einstieg in die Laborautomatisierung
    am 4. Februar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    INTEGRA Biosciences startet ein Preisausschreiben, bei dem ein Labor beim Übergang von manuellem Pipettieren zu automatisierten Pipettierprozessen unterstützt werden soll. Angesprochen werden Labore, die den Schritt zur Laborautomatisierung im […]

  • PULSEspencer R ermöglicht kontaktloses Low Volume Dispensing
    am 3. Februar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Der PULSEspencer R ist eine neue kontaktlose Dispenser-Lösung von Analytik Jena für Low Volume Dispensing. Das System ermöglicht präzises Dosieren im Pico- bis Mikroliterbereich und unterstützt automatisierte Laborworkflows in den […]

  • Kreislaufwirtschaft als Schlüssel für Rohstoffsicherheit
    am 3. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Bei einem Austausch von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit dem Senat der Kreislaufwirtschaft und ecoplus wurden die Rolle der Kreislaufwirtschaft für Rohstoffsicherheit, regionale Wertschöpfung und die erforderlichen gesetzlichen […]

  • JEC Innovation Award 2026 für innovatives Batteriegehäuse
    am 2. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die TU Chemnitz wird für ein innovatives Batteriegehäuse aus thermoplastischen Verbundwerkstoffen mit dem JEC Innovation Award 2026 ausgezeichnet. Das großserienfähige Fertigungsverfahren zeigt neue Wege für Leichtbau, Sicherheit und […]

  • LIGAND-AI liefert offene Daten für die Wirkstoffforschung
    am 2. Februar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Das internationale Projekt LIGAND-AI baut eine offene, großskalige Datenbasis für die KI-gestützte Wirkstoffforschung auf. Über fünf Jahre entstehen experimentelle Protein-Ligand-Daten, die rechnergestützte Hit-Identifizierung und -Optimierung […]

Schlagwörter

Aktuelle Nachrichten über BASF analytica Analytik Analytik Jena Anlagenbau Automation Automatisierung Awards B&R BASF Borealis BR CEM CO2 Danfoss Digitalisierung Endress+Hauser Evonik FCIO Festo Finance Forschung Foto Freitag FotoFreitag Hardware Industrie 4.0 Jubiläum KI Kreislaufwirtschaft Labortechnik LANXESS Lenzing Logistik Messe München Nachhaltigkeit OMV Personalia Publikation Pumpen Recycling Robotik Shimadzu Software Wasserstoff Webinar

Kategorien

Copyright © 2026 · WelkinMedia Fachverlag