• Zum Inhalt springen
  • Skip to secondary menu
  • Zur Seitenspalte springen

Die Chemie Zeitschrift Österreichs

Das unabhängige Traditionsmagazin

  • Das Magazin
    • Über die Österreichische Chemie Zeitschrift
    • 120 Jahre
    • Abonnement
    • Mediadaten
    • Online-Archiv
  • Resorts
    • Forschung
    • Foto Freitag
    • Messe
    • Publikation
    • Personalia
    • Bildung
  • Messekalender
  • Chemie-Lexikon
  • Links
    • L&B
    • labor
    • Kunststoff
  • Welkin Media Verlag
Aktuelle Seite: Start / Lexikon / Stufenwachstumspolymerisationen

Stufenwachstumspolymerisationen

29. August 2025 von Lexikon

Stufenwachstumspolymerisationen sind Polymerisationsprozesse, bei denen Monomere in mehreren Einzelschritten zu Polymeren reagieren. Dabei entstehen zunächst Dimere und Trimere, die sich mit weiteren Molekülen beliebigen Polymerisationsgrades verbinden, bis Makromoleküle (Molare Masse > 10 000 g/mol) gebildet sind. Dieser Mechanismus unterscheidet sich grundlegend von der Kettenpolymerisation, bei der stets nur Monomere an ein aktives Zentrum angelagert werden.

Formen der Stufenwachstumsreaktion

Die häufigste Variante ist die Polykondensation. Hierbei läuft jede Reaktion unter Abspaltung kleiner Moleküle wie Wasser, Ammoniak oder Methanol ab. Daneben gibt es die Polyaddition, die ebenfalls stufenweise verläuft, jedoch ohne Abspaltung kleiner Moleküle. Obwohl die IUPAC empfiehlt, Polykondensation und Polyaddition getrennt zu definieren, werden sie in der Praxis oft gemeinsam unter dem Begriff Stufenwachstumsreaktion zusammengefasst. Gemeinsam ist beiden, dass erst bei sehr hohen Umsätzen langkettige Makromoleküle entstehen.

Reaktionsverlauf

Schematischer Verlauf einer Kettenwachstumsreaktion.| CC0 – via https://de.wikipedia.org/wiki/Polymerisation#/media/Datei:Kettenwachstum.svg
Schema zum Ablauf einer Stufenwachstumsreaktion mit den Umsätzen 0, 41 und 67 %. Erst bei sehr hohen Umsätzen bilden sich lange Ketten. | CC0 1.0 – via Creativ Commons

Am Anfang reagieren zwei Monomere zu einem Dimer, anschließend entstehen Trimere, Tetramere und größere Oligomere. Grundsätzlich können Moleküle beliebigen Polymerisationsgrades miteinander reagieren. Bei Polykondensationen wird dabei stets ein Nebenprodukt abgespalten, während der Ablauf bei Polyadditionen ohne Abspaltung verläuft. Entscheidend für die Reaktion ist das Vorhandensein von Monomeren mit mindestens zwei funktionellen Gruppen. Dabei sind zwei Konstellationen möglich: A–B-Monomere, die zwei unterschiedliche Gruppen enthalten, oder Kombinationen von A–A- und B–B-Monomeren, die jeweils zwei gleiche Gruppen tragen. Ein stöchiometrisches Verhältnis von 1:1 ist notwendig, um hohe Polymerisationsgrade zu erreichen.

Polymerisationsgrad und Umsatz

Entwicklung des mittleren Polymerisationsgrad  über den Umsatz P nach der Carothers-Gleichung. Der stöchiometrische Faktor r gibt das Verhältnis der A–A/B–B-Monomere an. Ist das Verhältnis 1:1 oder werden nur A–B-Monomere eingesetzt, ist r = 1. | CC0 1.0 - via https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/85/Polymerisationsgrad_nach_Carothers-Gleichung.svg/596px-Polymerisationsgrad_nach_Carothers-Gleichung.svg.png
Entwicklung des mittleren Polymerisationsgrad {\displaystyle {\overline {X}}_{n}} über den Umsatz P nach der Carothers-Gleichung. Der stöchiometrische Faktor r gibt das Verhältnis der A–A/B–B-Monomere an. Ist das Verhältnis 1:1 oder werden nur A–B-Monomere eingesetzt, ist r = 1. | CC0 1.0 – via Creativ Commons

Ein zentrales Merkmal von Stufenwachstumsreaktionen ist, dass lange Polymerketten erst bei nahezu vollständigem Umsatz entstehen. Die Carothers-Gleichung beschreibt den Zusammenhang zwischen Umsatz und mittlerem Polymerisationsgrad. Besonders bei Polykondensationen ist eine Nachbehandlung unter Vakuum und erhöhter Temperatur nötig, um das gebildete Nebenprodukt zu entfernen und hohe Kettenlängen zu erreichen. Trotz sehr hoher Umsätze bleibt die Kettenlängenverteilung breit, was bedeutet, dass stets auch Oligomere vorhanden sind. Kettenpolymerisationen hingegen liefern schon zu Beginn der Reaktion Makromoleküle.

Einfluss funktioneller Gruppen

Bifunktionelle Monomere führen zu linearen Polymerketten. Werden tri oder mehrfunktionelle Monomere eingesetzt, entstehen verzweigte und schließlich vernetzte Strukturen. Ab einem materialspezifischen kritischen Umsatz geliert die Reaktionsmasse und es bilden sich unlösliche Netzwerke. Der Zeitpunkt der Gelierung hängt vor allem von der mittleren Funktionalität und einem ausgeglichenen Verhältnis der reaktiven Gruppen ab, wenige monofunktionelle Komponenten verzögern sie als Kettenabbrecher. In der Praxis stellt man häufig zunächst gut verarbeitbare Prepolymere mit reaktiven Endgruppen her, die in Kunstharzformulierungen stabil lagern. Die endgültige Vernetzung erfolgt erst bei der Anwendung, etwa in Klebstoffen, Lacken oder Gießharzen, gesteuert durch Temperatur, Katalysator und Mischungsverhältnis. Die resultierenden Eigenschaften werden von der Netzwerkdichte bestimmt: hohe Dichte führt zu duroplastischen, harten Systemen, geringere Dichte zu zähelastischen, elastomeren Materialien.

Beispiele

Ein klassisches Beispiel der Polykondensation ist die Herstellung von Polyethylenterephthalat (PET) aus Dimethylterephthalat und Ethylenglycol. Ebenso entstehen Polyamide wie PA 6.6 aus Adipinsäure und Hexamethylendiamin oder PA 6 aus ε-Aminocapronsäure. Diese Polymere werden direkt als Kunststoffe verwendet

Bei der Polyaddition wird häufig nur ein Vorprodukt hergestellt, das später weiterverarbeitet wird. Beispiele sind die Bildung von Polyurethanen aus Diisocyanaten und Diolen oder Epoxidharzen aus Bisphenol-A-Derivaten. Epoxidharze bleiben auch bei hohen Umsätzen relativ niedrig im Polymerisationsgrad, können jedoch durch den Zusatz multifunktioneller Härter zu vernetzten Strukturen umgesetzt werden.

Typische Reaktionen von funktionellen Gruppen beim Stufenwachstum | CC0 1.0 - via https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Stufenwachstum-funktionelle_Gruppen.svg
Typische Reaktionen von funktionellen Gruppen beim Stufenwachstum | CC0 1.0 – via Creativ Commons

Der vorliegende Text stellt eine vollständig überarbeitete und neu strukturierte Fassung des Wikipedia-Artikels „Stufenwachstumspolymerisationen“ dar. Er unterliegt der Lizenz CC BY-SA 3.0 und enthält keine inhaltlichen Ergänzungen über die Originalquelle hinaus. Stand: 26.08.2025

Kategorie: Lexikon Stichworte: Stufenwachstumspolymerisationen

Seitenspalte

Messekalender

  • LAB-SUPPLY Hannover

    Die LAB-SUPPLY Hannover 2026 ist die regionale Fachmesse für instrumentelle Analytik, Labortechnik, Laborchemikalien und Life Science. Am Mittwoch, […]

  • all about automation Wels

    Die all about automation 2026 findet am 20. und 21. Mai in der Messe Wels statt und bringt erstmals die erfolgreiche Fachmessereihe für […]

  • all about automation Hamburg

    Die all about automation in Hamburg ist der jährliche Treffpunkt für Fachleute aus Industrieautomation, Robotik und Digitalisierung. Im Fokus […]

  • EMPACK Hamburg

    Die EMPACK Hamburg 2026 ist die regionale Fachmesse für die Verpackungsindustrie im Norden Deutschlands. In nur zwei Tagen erhalten Fachbesucher ein […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Hamburg

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Hamburg 2026 ist die regionale Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss im Norden Deutschlands. Sie präsentiert […]

Die aktuelle Chemie

Ausgabe 01 2026

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Unser Newsletter-Archiv

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Lebensmittel-&Biotechnologie und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • Wir sind umgezogen
    am 9. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Werte Leserinnen und Leser, ab sofort finden Sie alle aktuellen Nachrichten aus der Kunststoffindustrie direkt auf https://www.welkinmedia.at/kunststoff/ The post Wir sind umgezogen appeared first on Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • Wir sind umgezogen
    am 9. März 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Werte Leserinnen und Leser, ab sofort finden Sie alle aktuellen Nachrichten aus der Lebensmittel- & Biotechnologie direkt auf https://www.welkinmedia.at/biotech/ Der Beitrag Wir sind umgezogen erschien zuerst auf Lebensmittel- & […]

  • Biochemistry 2026 von Struktur zu biologischer Funktion
    am 9. März 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Die Konferenz Biochemistry 2026 bringt führende Wissenschaftler und Nachwuchstalente zusammen, um aktuelle Entwicklungen von chemischen Strukturen zu biologischen Funktionen zu diskutieren. Vorträge und Poster ermöglichen den Austausch zwischen […]

  • Produktionsreste werden zum Rohstoff
    am 9. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Rondo Plast und Modulpac zeigen, wie Kreislaufwirtschaft in der Praxis funktioniert: Produktionsreste aus PP und PE werden sortenrein erfasst, aufbereitet und als hochwertige Rezyklate wieder in die Wertschöpfungskette integriert. The post […]

  • Partnerschaft schließt Kreislauf für Umreifungsbänder
    am 6. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Excerpt: re-strap und Teufelberger vereinbaren eine langfristige Partnerschaft, um gebrauchte Umreifungsbänder aus dem deutschen Markt hochwertig zu recyceln und als Rohstoff wieder in die Produktion neuer Umreifungsbänder zurückzuführen. The […]

  • CO-Laser ermöglicht klebstofffreie Papierverpackungen
    am 5. März 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Im Fraunhofer-Projekt PAPURE entstehen klebstofffreie Papierverpackungen durch den Einsatz eines CO-Lasers. Das Verfahren ermöglicht das stoffschlüssige Fügen ohne Fremdstoffe und verbessert die Recyclingfähigkeit sowie die industrielle […]

  • XELAMID als neue stoßmodifizierte PA-Familie
    am 5. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    XELAMID ist die neue stoßmodifizierte PA-Familie von Xenia auf Basis von PA11 und PA12. Die Werkstoffe kombinieren mechanische Leistungsfähigkeit, geringe Dichte sowie ausgewogene Eigenschaften für Anwendungen in Sport, Konsum und Industrie. The […]

  • Temperaturindikatoren als Alternative zum Datenlogger
    am 4. März 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Temperaturindikatoren von CiK Solutions machen Temperaturabweichungen bei Arzneimitteln, Lebensmitteln und Chemikalien sofort sichtbar. Durch irreversible Farbänderung ermöglichen sie eine manipulationssichere Sichtkontrolle und reduzieren Aufwand […]

  • Dirk Musser übernimmt Führung bei KraussMaffei
    am 4. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Dirk Musser übernimmt zum 1. April 2026 die Führung bei KraussMaffei Technologies. Er folgt auf Jörg Stech, der das Unternehmen seit 2023 stabilisierte und strategisch neu ausrichtete. The post Dirk Musser übernimmt Führung bei KraussMaffei […]

  • Länderübergreifende Perspektiven für Kreislaufwirtschaft
    am 3. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Internationale Kooperationen zwischen Politik, Industrie und Wissenschaft prägen die Circular Valley Convention 2026. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Projekte, Projektgruppen und praxisnahe Lösungen für Europas Schlüsselindustrien im Kontext […]

[facetwp facet=“categories“]

Schlagwörter

Aktuelle Nachrichten über BASF analytica Analytik Analytik Jena Anlagenbau Automation Automatisierung Awards B&R BASF Borealis BR CEM CO2 Danfoss Digitalisierung Elektrolyse Endress+Hauser Evonik FCIO Festo Finance Forschung Foto Freitag FotoFreitag Hardware Industrie 4.0 Jubiläum KI Kreislaufwirtschaft LANXESS Lenzing Logistik Messe München Nachhaltigkeit novaInstitut OMV Personalia Publikation Pumpen Recycling Shimadzu Software Wasserstoff Webinar

Kategorien

Copyright © 2026 · WelkinMedia Fachverlag