BASF erweitert ihr Portfolio biomassenbilanzierten Methanols um die ISCC EU-Zertifizierung und schafft damit eine zusätzliche Grundlage für den Einsatz nachhaltig verifizierter Produkte in verschiedenen Industrien. Mit dem neuen Standard steht ein weiterer Baustein zur Verfügung, der unterschiedliche regulatorische Anforderungen zuverlässig abdeckt.

Die Ergänzung erweitert die Anwendungsmöglichkeiten der bestehenden Zertifizierungen und ermöglicht die eindeutige Zuordnung nachhaltiger Rohstoffanteile entlang der Produktionskette. Damit unterstützt BASF Unternehmen aus Chemie- und Biokraftstoffsektor dabei, ihre Nachhaltigkeits- und Emissionsziele im Rahmen geltender Vorgaben zu erreichen.
Erweitertes Zertifizierungsportfolio stärkt Einsatzmöglichkeiten von Methanol
BASF ergänzte ihr biomassenbilanziertes Methanol um die ISCC EU-Zertifizierung und deckt damit die vollständige Bandbreite relevanter Nachhaltigkeitsstandards für Chemie- und Biokraftstoffmärkte ab. ISCC PLUS und REDcert² gelten für die chemische Industrie, während ISCC EU und REDcert-EU auf die Anforderungen des Biokraftstoffsektors ausgerichtet sind. Dadurch können verschiedene Industrien ein Zertifizierungsformat nutzen, das ihren spezifischen regulatorischen Rahmenbedingungen entspricht.
Die ISCC EU-Zertifizierung bestätigt die Einhaltung der Nachhaltigkeits- und Treibhausgasanforderungen gemäß RED III und umfasst zusätzliche ökologische und soziale Kriterien. Diese Vorgaben schaffen eine dokumentierte Grundlage für die Bewertung nachhaltiger Rohstoffherkünfte im Rahmen des biomassenbilanzierten Ansatzes.
Marktdaten belegen Bedarf an flexibel zertifiziertem Methanol
Rückmeldungen aus dem Markt zeigen, dass unterschiedliche Zertifizierungsformate im Bereich nachhaltiger Zwischenprodukte nachgefragt werden. Mehrere strategische Partner haben die neuen Möglichkeiten in ihren Beschaffungsprozessen berücksichtigt und damit die Relevanz eines breiten Zertifizierungsrahmens sichtbar gemacht.
„Mit der Ergänzung der ISCC EU-Zertifizierung sind wir ideal aufgestellt, um Kunden aus der Chemie- und Biokraftstoffindustrie ein flexibles, glaubwürdiges und unabhängig verifiziertes Angebot zu machen. Das erste Feedback aus dem Markt war sehr positiv, insbesondere von mehreren strategischen Partnern“, sagt Holger Suhren, Senior Account Manager im Unternehmensbereich Intermediates der BASF.
Bereits realisierte Geschäfte mit ISCC EU-zertifiziertem Methanol zeigen die praktische Anwendung des erweiterten Angebots. Die Ergänzung fügt sich in die bestehende Ausrichtung des Portfolios ein, das darauf ausgelegt ist, zertifizierte Zwischenprodukte unter verschiedenen regulatorischen Bedingungen verfügbar zu machen.
Industrielle Anwendungen nutzen Drop-in-Eigenschaften von Methanol
Methanol dient als Zwischenprodukt in zahlreichen Industrien, darunter Kunststoffe, Pflanzenschutzmittel, Pharmazeutika und Kraftstoffadditive. Die biomassenbilanzierte Variante ist chemisch identisch mit dem fossilen Äquivalent und kann ohne Anpassungen an bestehenden Rezepturen oder Prozessen eingesetzt werden. Dies ermöglicht den Einsatz nachhaltiger Rohstoffanteile in etablierten Produktionsabläufen.
Im Vergleich zu fossilem Methanol der BASF weisen biomassenbilanzierte Varianten niedrigere Treibhausgasemissionen auf. Die Berechnung erfolgt auf Basis der ISO 14067:2018, und der TÜV Rheinland hat die zugrunde liegende PCF-Methodik SCOTT in einer Methodenprüfung bestätigt. Damit steht ein nachvollziehbarer Rahmen für die Bewertung der Emissionsdaten zur Verfügung.
Biomassenbilanz-Ansatz ermöglicht systematische Rohstoffsubstitution im Methanol-Prozess
Der Biomassenbilanz-Ansatz ersetzt fossile Rohstoffe entlang der integrierten Produktionskette durch nachwachsende Rohstoffe. Der Anteil nachhaltiger Biomasse wird über einen zertifizierten Massenbilanzansatz einzelnen Verkaufsprodukten zugeordnet, wobei die Biomasse im Endprodukt selbst nicht nachverfolgbar ist. Dieser Ansatz verbindet die Nutzung bestehender Produktionsstrukturen mit der Substitution fossiler Ressourcen.
REDcert², ISCC PLUS, REDcert-EU und ISCC EU bestätigen im Rahmen unabhängiger Audits die nachhaltige Herkunft der eingesetzten Biomasse sowie deren korrekte Zuordnung im Produktionssystem. Für Anwendungen im Biokraftstoffsektor gelten zusätzliche Dokumentations- und Treibhausgasvorgaben, die sich auf die EU-Richtlinie 2018/2001 stützen.
Regulatorische Rahmenbedingungen sichern Anerkennung im industriellen Einsatz
Die Anforderungen der Systeme ISCC EU und REDcert-EU zu Treibhausgasemissionen basieren auf europäischen Vorgaben und definieren, wie Emissionsminderungen zu berechnen und zu dokumentieren sind. Diese Standards gewährleisten die Anerkennung der zertifizierten Produkte in regulierten Märkten und schaffen eine einheitliche Grundlage für die bilanzielle Zuordnung nachhaltiger Rohstoffanteile entlang der Wertschöpfungsketten.
Das biomassenbilanzierte Methanol ist Teil des umfassenden Angebots biomassenbilanzierter Produkte der BASF. Diese Produktlinie unterstützt Unternehmen beim Übergang zu nachhaltigeren Wertschöpfungsketten, ohne die Leistungsfähigkeit der Produkte oder Prozesse zu verändern.