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CO₂-Abscheidung unter Realbedingungen

1. August 2025 von Birgit Fischer

Die Abscheidung von CO₂ rückt in den Fokus einer neuen Partnerschaft zwischen EEW Energy from Waste und dem Maschinenbauunternehmen GEA. Ziel der Kooperation ist es, innovative Technologien zur CO₂-Abscheidung unter realen Bedingungen zu testen und in großtechnische Anwendungen zu überführen. Eine mobile Testanlage von GEA kommt ab Sommer 2025 an verschiedenen EEW-Standorten zum Einsatz – beginnend in Delfzijl (Niederlande). Die Anlage liefert wichtige Erkenntnisse zur Effizienz, Integration und Skalierbarkeit der CO₂-Abscheidung im Kontext thermischer Abfallverwertung.

EEW Energy from Waste (EEW) und der Maschinen- und Anlagenbauer GEA haben eine strategische Partnerschaft zur CO₂-Abscheidung vereinbart. | Foto: Michael Golek/GEA
EEW Energy from Waste (EEW) und der Maschinen- und Anlagenbauer GEA haben eine strategische Partnerschaft zur CO₂-Abscheidung vereinbart. | Foto: Michael Golek/GEA

EEW und GEA setzen damit einen wichtigen Impuls für den industriellen Fortschritt im Bereich der klimafreundlichen Abscheidung. Besonders relevant: Ein Großteil der CO₂-Emissionen bei EEW ist biogenen Ursprungs. Wird dieses CO₂ abgeschieden und gespeichert, entstehen negative Emissionen – ein entscheidender Beitrag zur Erreichung nationaler Klimaziele. Die Partner fordern nun auch politische Rahmenbedingungen, um wirtschaftliche Sicherheit für künftige Projekte zu schaffen.

Strategische Partnerschaft zur CO₂-Abscheidung

Im ersten Schritt hat EEW eine mobile Testanlage von GEA erworben. Die Anlage wird ab Sommer 2025 an verschiedenen EEW-Standorten zum Einsatz kommen, zunächst im niederländischen Delfzijl. Die Anlage liefert praxisrelevante Erkenntnisse über Effizienz, Skalierbarkeit und Integration der CO₂-Abscheidung in bestehende thermische Abfallverwertungsprozesse.

„Gemeinsam setzen wir auf modernste Technologien zur CO₂-Abscheidung, um den Weg zur großtechnischen Umsetzung zu ebnen,“ sagt Dr. Joachim Manns, Chief Operating Officer (COO) der EEW-Gruppe. „Die im Rahmen der Kooperation erworbene Testanlage ist ein entscheidender Schritt, um die Energieeffizienz zu steigern, Anlagen zu entlasten und die technologische Reife von Carbon-Capture-Lösungen zu erhöhen. So schaffen wir die Grundlage, unsere Dekarbonisierungsstrategie konsequent umzusetzen.“

Im niederländischen Delfzijl will EEW die mobile Versuchsanlage zuerst einsetzen. Von dort aus wird sie dann ihre Reise zu ausgewählten Standorten der EEW-Gruppe antreten und wertvolle Erkenntnisse über die Einbindung von CO₂-Abscheidetechnologien in den Betrieb thermischer Abfallverwertungsanlagen liefern. | Foto/Grafik: EEW
Im niederländischen Delfzijl will EEW die mobile Versuchsanlage zuerst einsetzen. Von dort aus wird sie dann ihre Reise zu ausgewählten Standorten der EEW-Gruppe antreten und wertvolle Erkenntnisse über die Einbindung von CO₂-Abscheidetechnologien in den Betrieb thermischer Abfallverwertungsanlagen liefern. | Foto/Grafik: EEW

Dr. Felix Ortloff, Senior Director Carbon Capture Solutions von GEA: „Mit der neuen Testanlage und der eingesetzten Technologie unterstützen wir EEW beim gesteckten Ziel der Dekarbonisierung und auf dem Pfad dorthin. Hierbei spielt die CO2-Abscheidung eine zentrale Rolle.“

EEW fordert politischen Rahmen: „Jetzt muss die Politik liefern“

Während EEW in Technik und Partnerschaften investiert, fehlt bislang der verlässliche regulatorische Rahmen in Deutschland. Die CO₂-Abscheidung ist zwar technologisch einsatzfähig – doch ohne gesetzliche Klarheit zu Transport, Speicherung, Nutzung und Vergütung von CO₂ bleiben Großprojekte unmöglich. „Wir stehen in den Startlöchern. Aber wir brauchen klare Spielregeln, um loslegen zu können,“ betont Dr. Manns. „Die neue Bundesregierung muss jetzt liefern: Wir brauchen einen regulatorischen Rahmen, der eine wirtschaftlich sinnvolle Investition in Bau und Betrieb einer CO₂-Abscheidung ermöglicht, ein CO₂-Pipelinenetz, Planungssicherheit für Investitionen und eine Anschub-Förderung zur Risikoreduktion für die ersten Pionierprojekte.“ Die thermische Abfallverwertung kann einen wesentlichen Beitrag zum Carbon Management leisten – insbesondere, weil mehr als die Hälfte der EEW-Emissionen biogenen Ursprungs sind. Wird dieses CO₂ abgeschieden und gespeichert, entstehen negative Emissionen, die für die Erreichung nationaler Klimaziele unverzichtbar sind.

Carbon Capture-Lösungen von GEA

GEA bietet bei Carbon Capture komplette Lösungen, die von der Gasreinigung und Wärmeauskopplung sowie nachgeschalteter CO₂-Abscheidung bis zur Verflüssigung reichen und die die CO₂-Emissionen erheblich reduzieren (End-to-End-Lösungen). Dabei gibt es Optionen zur Auskopplung von thermischer Energie, die es ermöglichen, zum Beispiel selbst Strom zu produzieren, um den eigenen Verbrauch zu senken und so den CO₂-Fußabdruck weiter zu reduzieren. Auch bietet es sich an, die ausgekoppelte Wärmeenergie i Carbon Capture Prozess einzusetzen, um den Prozess effizienter zu gestalten. Zudem gibt es durch Carbon Capture-Lösungen die Möglichkeit, CO₂-Emissionen in wertvolle Produkte wie Rohalkohole und hier besonders Methanol, oder weitere Vorprodukte für die chemische Industrie umzuwandeln (CCU, Carbon Capture Utilisation). Ferner gibt es die Möglichkeit, abgeschiedenes CO₂- einzulagern (CCS, Carbon Capture Storage). Möglich ist auch eine Kombination aus Einlagerung und Umwandlung in wertvolle Vorprodukte für die Kunststoff- und Pharmaindustrie (CCUS, Carbon Capture Utilisation and Storage). GEA bietet im Carbon Capture-Bereich einen hohen Modularisierungsgrad mit standardisierten Anlagenkapazitäten, die an die industriespezifischen Anforderungen unterschiedlicher Emittenten angepasst werden können.

Kategorie: News Stichworte: CCS, CCU, CCUS, EEW, GEA

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