Die DECHEMA/VDI-Fachgruppe Cost Engineering stellt mit dem Statuspapier „Schedule Risk Analysis for Capital Projects – A Practical Guide“ einen Leitfaden vor, der die Schedule Risk Analysis (SRA) als zentrales Verfahren zur systematischen Erkennung und Bewertung von Terminrisiken in Investitionsprojekten beschreibt. Im Mittelpunkt stehen projektkritische Unsicherheiten in der Prozess-, Chemie- und Anlagenbauindustrie sowie bei Betreiberunternehmen.

Das Papier fasst Methoden, Beispiele und internationale Best-Practice-Ansätze zusammen und zeigt, wie Termin- und Kostenrisiken über alle Projektphasen hinweg verbunden werden können. Zudem werden standardisierte Prozesse, risikobasierte Prüfstationen und Monte-Carlo-Simulationen dargestellt, die reproduzierbare Ergebnisse für die Anwendung der Schedule Risk Analysis (SRA) ermöglichen.
Bedeutung der SRA für Termin- und Kostenrisiken
Die Schedule Risk Analysis (SRA) wird im Statuspapier als wesentliches Verfahren beschrieben, um Terminabweichungen und Verzögerungen in Investitionsprojekten frühzeitig sichtbar zu machen. Zeit ist ein maßgeblicher Faktor in der Prozessindustrie, und steigende technische Komplexität, globale Lieferketten sowie regulatorische Anforderungen erzeugen zusätzliche Unsicherheiten. Vor diesem Hintergrund dient die SRA dazu, realistische Zeitpläne zu entwickeln und kritische Pfade transparent darzustellen, wodurch belastbare Termin- und Kostenprognosen ermöglicht werden.
Ausgeführt wird, wie Termin- und Kostenrisiken über sämtliche Projektphasen hinweg miteinander verbunden werden können. Mit Methoden, Anwendungsbeispielen und internationalen Best-Practice-Ansätzen wird gezeigt, wie Unsicherheiten systematisch erfasst und bewertet werden. Diese Vorgehensweise schafft eine Grundlage für effizientes Projektmanagement und entscheidungsorientierte Risikosteuerung.
Methoden, Beispiele und internationale Ansätze
Ein Bestandteil des Statuspapiers ist die Integration des Phase-Gate-Prozesses mit systematischem Risikomanagement. Die Darstellung umfasst praxisgerechte High-Level-Analysen und Detail-Analysen, die unterschiedliche Projektstadien abbilden und Terminrisiken je nach Informationsstand weiter ausdifferenzieren. Dadurch lassen sich verschiedene Ebenen der SRA sinnvoll aufeinander abstimmen.
Erläutert wird zudem der Einsatz von Monte-Carlo-Simulationen zur quantitativen Bewertung möglicher Projektverzögerungen. Beispiele zeigen, wie Unsicherheiten abgebildet werden und wie Simulationsergebnisse zur Bestimmung realistischer Zeitrahmen und risikobasierter Puffer beitragen. Ergänzend fließen internationale Best-Practice-Modelle in die methodische Darstellung ein.
Standardisierte Prozesse für reproduzierbare Ergebnisse
Ein weiterer Abschnitt beschreibt standardisierte schedule-risk-modelling-Verfahren, die reproduzierbare, nachvollziehbare und auditierbare Ergebnisse unterstützen. Um den Aufwand komplexer mathematischer Modelle zu vermeiden, die von Nicht-Experten nur schwer interpretierbar sind, wird ein strukturierter Risikomanagementprozess empfohlen. Damit sollen die Akzeptanz und die praktische Verwendbarkeit der Schedule Risk Analysis (SRA) verbessert werden.
Die Darstellung umfasst risikobasierte Review-Gates zur Bestimmung von Terminpuffern und Machbarkeit, typische Risiken mit Wahrscheinlichkeiten und Wirkungsgrößen sowie standardisierte Zusammenfassungen von Terminplänen für vereinfachte Modelle oder Monte-Carlo-Simulationen. Diese Elemente schaffen eine konsistente Basis für die Anwendung der SRA in unterschiedlichen Organisationsstrukturen.
Anwendungsrahmen und Zielgruppen
Der Leitfaden definiert grundlegende Prinzipien der Schedule Risk Analysis (SRA) und zeigt deren Umsetzung anhand von Beispielen. Er richtet sich an Projektleitungen, Betreiberunternehmen, Investoren und Entscheidungsträger, die Termin- und Kostenrisiken methodisch steuern möchten. Die Darstellung veranschaulicht, wie eine SRA erstellt werden kann und wie sich die gezeigten Verfahren auf verschiedene Projektanforderungen übertragen lassen.
Gleichzeitig wird klargestellt, dass die dargestellten Prinzipien nicht vollständig sind. Anwender sollen zusätzliche Schritte prüfen, um diese grundlegenden Vorgehensweisen innerhalb ihrer Organisationen weiter auszugestalten und zu implementieren.