Foeth hat die Übernahme des italienischen Unternehmens Intimac bekannt gegeben, eines Spezialisten für generalüberholte Prozess- und Verpackungsanlagen. Mit dem Schritt stärkt Foeth seine Position als führender europäischer Händler für refurbished Equipment in der pharmazeutischen, chemischen, Recycling- sowie Food- & Feed-Industrie.

Durch die Integration von Intimac erweitert Foeth sein Angebot und kann Kunden künftig über die gesamte industrielle Wertschöpfung hinweg unterstützen. Gleichzeitig verfolgt das Unternehmen das Ziel, einen traditionell stark netzwerkgetriebenen Markt weiter zu professionalisieren und den Einsatz zirkulärer Lösungen in der Industrie voranzutreiben.
Prozessmaschinen als wiederverwendbare industrielle Basis
Unabhängig davon, wie sich wirtschaftliche oder gesellschaftliche Rahmenbedingungen verändern, bleibt der Einsatz von Prozessmaschinen ein zentraler Bestandteil industrieller Produktion. Rohstoffe müssen gemischt, gemahlen, getrocknet und verarbeitet werden, um daraus Endprodukte herzustellen. Diese grundlegenden Prozesse machen viele Maschinen langfristig nutzbar.
Foeth nutzt dieses Potenzial gezielt, indem gebrauchte Prozessmaschinen erneut in den industriellen Einsatz gebracht werden. Die Anlagen können dabei häufig nicht nur innerhalb einer Branche, sondern auch branchenübergreifend weiterverwendet werden. Damit adressiert Foeth einen stabilen industriellen Bedarf, der unabhängig von einzelnen Märkten besteht.
Gebrauchte Prozessmaschinen und Kreislaufwirtschaft
Foeth beobachtet in den Niederlanden und in ganz Europa ein wachsendes Angebot an gebrauchten, nicht mehr benötigten Prozessmaschinen. Gründe dafür sind unter anderem die Schließung von Geschäftsbereichen oder die Verlagerung von Produktionsstandorten. Diese Maschinen sind technisch häufig weiterhin einsetzbar.
Foeth-CEO Michiel Schreurs weist darauf hin, dass sich viele Unternehmen nicht bewusst sind, dass ihre Maschinen wiederverwendet werden können und ihr Verkauf einen Beitrag zur noch jungen Kreislaufwirtschaft leistet. Der Einsatz einer generalüberholten Maschine vermeidet die CO₂-Emissionen, die bei der Herstellung einer neuen Anlage entstehen. Im Durchschnitt werden dadurch rund 4,4 Tonnen CO₂ eingespart, was etwa den jährlichen Emissionen von drei Haushalten durch die Nutzung ihres Autos entspricht.
Intimac als Verstärkung für zirkuläre Lösungen
Auch Intimac verfolgt den Ansatz, gebrauchten Prozess- und Verpackungsanlagen ein zweites Leben zu ermöglichen. Durch den Zusammenschluss mit Foeth soll dieser Ansatz auf eine breitere industrielle Basis gestellt werden. Intimac-CEO Sergio Ferretto Clementi: „Durch den Schulterschluss mit Foeth können wir immer mehr Industrieunternehmen von zirkulären Lösungen überzeugen und ihre Emissionen durch den Einsatz generalüberholter Maschinen reduzieren.“
Foeth verschafft generalüberholten Prozessmaschinen unter anderem bei Start-ups und kleinen sowie mittleren Unternehmen neue Einsatzmöglichkeiten. Diese Unternehmen benötigen Maschinen häufig kurzfristig und kosteneffizient, etwa zur Erprobung neuer Produkte oder zur Skalierung bestehender Produktionen. Zu den Unternehmen, die ihre ersten Maschinen bei Foeth erworben haben, zählen Those Vegan Cowboys, De Vegetarische Slager, SeaO2 und Protix.
Professionalisierung eines traditionell geprägten Marktes
Der Markt für gebrauchte Prozess- und Verpackungsmaschinen ist nach wie vor stark von persönlichen Netzwerken geprägt und weist Nachholbedarf bei Digitalisierung und E-Commerce auf. Foeth sieht hierin die Möglichkeit, durch ein skalierbares und professionelles Geschäftsmodell neue Standards zu setzen.
Neben organischem Wachstum verfolgt Foeth daher gezielt eine Akquisitionsstrategie. Die Übernahme von Intimac ist die erste ihrer Art für das Unternehmen. Intimac bringt rund 1.000 Maschinen, 20 Mitarbeitende sowie eine starke Präsenz in Südeuropa und Südamerika in die Gruppe ein. Nach dem Zusammenschluss prüft Foeth weitere Möglichkeiten, um Reichweite und Wirkung im Markt weiter auszubauen.