Das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in Darmstadt bündelt seine ganzheitliche Systemkompetenz, um Industriepartner entlang des gesamten Produktlebenszyklus zu unterstützen. Ziel ist es, Material-, Struktur- und Systemwissen enger zu verzahnen und durchgängige Leistungen von der Materialauswahl über die Komponentenbewertung bis zur Systemintegration, Validierung und Betriebsüberwachung anzubieten.

Mit der Neuausrichtung reagiert das Institut auf den steigenden Bedarf an zuverlässigen und kreislauffähigen Produkten, die unter hohen Anforderungen an Funktion, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit entwickelt werden müssen. Digitale Methoden, Künstliche Intelligenz und digitale Zwillinge werden dabei gezielt mit ingenieurwissenschaftlicher Expertise kombiniert, um Entwicklungsprozesse zu beschleunigen und Ressourcen effizienter zu nutzen.
Neue Organisationslogik für durchgängige Entwicklungsprozesse
Das Fraunhofer LBF hat seine bisher getrennt verankerten Fachbereiche in einer gemeinsamen Struktur zusammengeführt, um Entwicklungsaufgaben ganzheitlich bearbeiten zu können. Kompetenzen aus Betriebsfestigkeit, Adaptronik und Kunststofftechnik werden institutsweit vernetzt, sodass Fragestellungen nicht mehr isoliert, sondern entlang zusammenhängender Entwicklungsprozesse betrachtet werden.
Auf dieser Basis kann das Institut Unternehmen über alle Entwicklungsstufen hinweg begleiten. Beginnend bei der Auswahl geeigneter Materialien über die Bewertung einzelner Komponenten bis hin zur Integration in komplexe Systeme entstehen konsistente Prozessketten, die Validierung und spätere Betriebsüberwachung einschließen und technische sowie sicherheitsrelevante Anforderungen frühzeitig berücksichtigen.
Forschung und Anwendung rücken enger zusammen
Die wissenschaftliche Weiterentwicklung der institutsweiten Kompetenzen erfolgt im Bereich »Research and Development (RD)«, der sechs Forschungsabteilungen umfasst. Dort werden Methoden, Verfahren und fachliche Grundlagen systematisch ausgebaut und in anwendungsnahe Leistungsangebote überführt, die als Basis für den Technologietransfer dienen.
Die Verbindung zu industriellen und gesellschaftlichen Anforderungen übernimmt der Bereich »Innovation, Transfer and Cooperation (ITC)«. Er analysiert Bedarfe, erkennt technologische Entwicklungslinien und initiiert bereichsübergreifende Vorhaben. Die praktische Umsetzung und Absicherung experimenteller Arbeiten erfolgt gebündelt in der Abteilung »Test Bench Design, Implementation and Operation (TIO)«, die die Versuchsinfrastruktur des Instituts betreibt und Versuche sowie Validierungen organisiert.
Ein breites Angebot adressiert komplexe Industrieanforderungen
Inhaltlich gliedert das Fraunhofer LBF seine Aktivitäten in sechs thematische Felder: digitale Zwillinge und Simulation, Dynamik und Schwingungstechnik, Zuverlässigkeitsbewertung und Lebensdauervorhersage, Validierung und Prototyping, Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit sowie Beratung und Weiterbildung. Diese Felder dienen als Struktur für Forschungs- und Entwicklungsleistungen und erleichtern die gezielte Ansprache industrieller Fragestellungen.
Durch die Kombination von Material-, Struktur- und Systemkompetenz mit digitalen Methoden, KI-Ansätzen und kreislauforientierten Strategien unterstützt das Institut die Entwicklung sicherer, langlebiger und ressourceneffizienter Produkte. Die Leistungen erstrecken sich von der frühen Entwicklungsphase über Prüfung und Absicherung bis hin zur Nutzung und späteren Verwertung. Ergänzend fördert das Fraunhofer LBF den Wissenstransfer durch Beratungs- und Qualifizierungsangebote und richtet sich dabei an Großunternehmen ebenso wie an kleine und mittlere Unternehmen unterschiedlicher Branchen.
Pber das Fraunhofer LBF
Das Fraunhofer‑Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in Darmstadt steht seit 1938 für sichere und zuverlässige Lösungen – seit 1962 als Teil der Fraunhofer‑Gesellschaft. 2026 fokussiert das Institut seine Ausrichtung und verbindet klassische Ingenieurkompetenz mit digitalen Zwillingen und KI‑Methoden, um zuverlässige, kreislauffähige Produkte schneller in die Anwendung zu bringen. Im Fokus stehen die Wechselwirkungen an den Schnittstellen von Material, Komponente und System (MKS). Mit rund 300 Mitarbeitenden unterstützt das Fraunhofer LBF Unternehmen entlang der gesamten Entwicklung – von der Materialauswahl über die Komponentenbewertung bis zur Systemintegration, Validierung und Betriebsüberwachung. Auftraggeberinnen und Auftraggeber stammen u. a. aus der Mobilität (Luftfahrt, Landwirtschaft, Schiff‑ und Fahrzeugbau), dem Maschinen‑ und Anlagenbau, Sicherheit und Verteidigung sowie der chemischen Industrie.