Das Gefahrstofflager am Standort Rastatt ist Teil der strategischen Weiterentwicklung des Logistikzentrums Karlsruhe von DACHSER. Es adressiert die wachsenden Anforderungen an Sicherheit, Regulierung und Nachhaltigkeit in der industriellen Gefahrstofflogistik und ist auf eine langfristige Nutzung ausgelegt.

Als Built-to-suit-Immobilie wurde die Anlage gezielt an konkrete betriebliche Anforderungen angepasst und nicht für einen einzelnen Nutzer konzipiert. Damit schafft das Gefahrstofflager die strukturellen Voraussetzungen für die sichere Lagerung unterschiedlicher Gefahrstoffe innerhalb eines überregionalen Logistiknetzwerks.
Langfristige Auslegung des Gefahrstofflagers für veränderte Bedarfe
Die Investition in das Gefahrstofflager in Rastatt ist vor dem Hintergrund eines angespannten Marktumfelds erfolgt. Steigende regulatorische Anforderungen, volatile Märkte und der zunehmende Druck zu nachhaltigen Logistiklösungen prägen die Rahmenbedingungen der chemischen Industrie. Gleichzeitig zeichnen sich mittelfristige Perspektiven für eine Erholung der Branche ab, wie sie auch von Vertretern der Industrie benannt wurden.
DACHSER richtet die Auslegung des Gefahrstofflagers nicht an kurzfristigen Entwicklungen aus, sondern an Bedarfen, die sich künftig verändern können. Michael Kriegel, Department Head DACHSER Chem Logistics, ordnet dies ein: „Wir bauen kein Lager für heute. Sondern für Kunden, deren Bedarf morgen steigen und vielleicht ganz anders aussehen wird.“ Das Gefahrstofflager ist damit auf Skalierbarkeit und Nutzungsoffenheit ausgelegt und soll langfristig unterschiedliche Kundenanforderungen abdecken.
Built-to-suit-Gefahrstofflager als Ergebnis langfristiger Erfahrung
Gefahrstofflager sind infrastrukturelle Anlagen mit dauerhaftem Anspruch an Sicherheit und Genehmigungsfähigkeit. Entsprechend wurde das Lager in Rastatt nicht als kurzfristige Lösung umgesetzt, sondern mit langfristiger Perspektive geplant. „Gefahrstofflager baut man nicht für kurzfristige Bedarfe, sondern für Anforderungen, die bleiben. Wir haben in Rastatt nicht improvisiert, sondern mit Weitsicht geplant“, betont auch Bernd Großmann, General Manager des DACHSER Logistikzentrums Karlsruhe, das am Standort Malsch bereits zwei weitere Gefahrstofflager betreibt.
Die Immobilie wurde als Built-to-suit-Lösung realisiert und exakt auf die betrieblichen Anforderungen von DACHSER abgestimmt. Es handelt sich nicht um einen Eigenbau, sondern um eine maßgeschneiderte Anlage, deren Ausgestaltung auf langjähriger Erfahrung basiert. Michael Kriegel verweist in diesem Zusammenhang auf die Entwicklungskompetenz des Unternehmens: „Die Ausgestaltung und Ausstattung ist das Ergebnis von über zwanzig Jahren Erfahrung mit passgenauen Lösungen für die chemische Industrie.“
Technische Ausstattung des Gefahrstofflagers auf hohem Sicherheitsniveau
Das Gefahrstofflager in Rastatt verfügt über eine Hallenfläche von 23.500 Quadratmetern und bietet Kapazität für rund 42.000 Paletten. Fünf Brandabschnitte, 32 Tore sowie eine Hallenhöhe von mehr als zwölf Metern bilden die baulichen Rahmenbedingungen für einen leistungsfähigen Betrieb.
Die technische Ausstattung orientiert sich an hohen Sicherheitsstandards. Dazu zählen eine FM-zertifizierte Sprinkleranlage mit löschwirkungsverstärkender Tensid-Beimischung in allen Regalbereichen, hitzebeständige Bodenplatten auf sämtlichen Regalebenen, Rauchansaugsysteme, eine Löschwasserrückhaltung sowie die Vergitterung der Seitenwände. Diese Maßnahmen bilden die Grundlage für einen sicheren und genehmigungskonformen Betrieb des Gefahrstofflagers.
Vielseitige Nutzung des Gefahrstofflagers für unterschiedliche Stoffklassen
Ein zentrales Merkmal der Anlage ist die Vielseitigkeit ihrer Nutzung. Die bauliche und technische Auslegung erlaubt die Lagerung unterschiedlicher Gefahrstoffklassen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der klassischen chemischen Industrie. Michael Kriegel hebt diesen Aspekt hervor: „Die bauliche Auslegung erlaubt es uns, verschiedenste Gefahrstoffklassen zu lagern – von der klassischen Chemikalie bis zu Produkten, die außerhalb der chemischen Industrie angesiedelt sind.“
Zunehmend rückt dabei auch die Lagerung von Lithium-Ionen-Batterien in den Fokus. Aufgrund ihrer Fähigkeit zur Selbstentzündung stellen sie besondere Anforderungen an Brandschutz und Sicherheitstechnik. Um auf unterschiedliche Kundenanfragen reagieren zu können, wurde das Gefahrstofflager in Rastatt konsequent mit Vollschutz ausgestattet. Kriegel erläutert: „Um maximal flexibel auf alle Kundenanfragen reagieren zu können, haben wir in Rastatt auf konsequenten Vollschutz in allen Bereichen geachtet, daher wird es keinen Nachrüstungsbedarf geben – sondern immer den passenden Standard für das jeweilige Produkt.“
Nachhaltiger Betrieb des Gefahrstofflagers ohne fossile Energie
Neben Sicherheit und Vielseitigkeit spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle in der Konzeption des Gefahrstofflagers. Die Anlage in Rastatt ist das erste Gefahrstofflager im DACHSER Netzwerk, das vollständig ohne fossile Energie betrieben wird. Grundlage dafür ist die Kombination aus Photovoltaikanlage, Wärmepumpe und elektrischer Flächenheizung.
Der Betrieb erfolgt treibhausgasfrei auf Basis von 100 Prozent Grünstrom. Bernd Großmann unterstreicht die Bedeutung dieses Ansatzes: „Nachhaltigkeit darf nicht nachträglich passieren – sie muss mitgebaut werden.“ Angesichts steigender Anforderungen an Klimaschutz und Nachweisführung sieht DACHSER das Gefahrstofflager in Rastatt als zukunftsorientierte Antwort auf diese Entwicklung.
Gefahrstofflager mit eingespielter Organisation und Fachkompetenz
Der sichere Betrieb eines Gefahrstofflagers erfordert neben Technik und Infrastruktur vor allem qualifiziertes Personal. In Rastatt wird das neue Lager von Beginn an durch ein erfahrenes Kernteam aus dem Logistikzentrum Karlsruhe getragen und schrittweise durch neue Mitarbeitende ergänzt.
Damit ist die erforderliche Gefahrstoffkompetenz vom ersten Betriebstag an sichergestellt. Bernd Großmann betont: „Damit ist die volle Gefahrstoffkompetenz vom ersten Tag der Inbetriebnahme an sichergestellt. Wir haben ein neues Lager, aber keine Anlaufkurve in Sachen Kompetenz.“
Ausbildung, Recruiting, Schulung sowie die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr sind vorbereitet. Der Standort positioniert sich damit langfristig als verlässlicher Arbeitgeber und als Kompetenzzentrum für Gefahrstofflogistik.