Die Renewable Materials Conference 2025 bringt vom 22. bis 24. September erneut Fachleute aus aller Welt nach Siegburg bei Köln. Die vom nova-Institut organisierte Veranstaltung hat sich als globaler Treffpunkt für die Entwicklung und Anwendung erneuerbarer Chemikalien und Materialien etabliert. Sie adressiert zentrale Zukunftsfragen der Branche: Wie gelingt die Abkehr von fossilen Rohstoffen? Welche Technologien, politischen Rahmenbedingungen und Geschäftsmodelle tragen zur Defossilisierung der chemischen Industrie bei?

Erwartet werden über 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Markenunternehmen, Start-ups, Investoren, Wissenschaftlerinnen und politische Entscheidungsträger. Die RMC deckt die gesamte industrielle Wertschöpfungskette ab – von alternativen Kohlenstoffquellen über chemische Prozesse und Werkstoffe bis zur Produktentwicklung. Unterstützt durch ein digitales Matchmaking-System sowie drei abendliche Netzwerktreffen schafft die Konferenz gezielte Kontaktmöglichkeiten zwischen Innovatoren, Industrie und Kapitalgebern. Die Teilnehmerliste ist bereits öffentlich einsehbar.
Defossilisierung als Kernthema der Branche
Die Konferenz rückt die Frage nach alternativen Kohlenstoffquellen in den Fokus. Der überwiegende Anteil des Kohlenstoffs in heutigen Chemikalien und Kunststoffen stammt weiterhin aus fossilen Quellen. Im Rahmen der RMC werden konkrete Wege vorgestellt, diesen fossilen Kohlenstoff durch biogene Rohstoffe, CO₂-Verwertung und Rezyklate zu ersetzen. Technologische Ansätze wie elektrische Cracker, Bioraffinerien oder neue Methoden der Synthese ermöglichen den Umbau bestehender Infrastrukturen. Die Produktion von Massenchemikalien ohne fossile Basis wird nicht nur diskutiert, sondern durch Fallbeispiele aus Industrie und Forschung konkret belegt.
Ein besonderer Programmpunkt ist die internationale Podiumsdiskussion mit dem Titel „The Future of the European Chemical Industry: Defossilised and Competitive: How Can It Work?”. Neun Expertinnen und Experten analysieren die regulatorischen, wirtschaftlichen und technologischen Voraussetzungen für eine wettbewerbsfähige und fossilfreie Industrie in Europa. Dabei geht es sowohl um langfristige Strategien als auch um kurzfristig umsetzbare Maßnahmen.
Fachprogramm, Workshops und Ausstellung
Das dreitägige Konferenzprogramm bietet mit 75 Fachvorträgen, 20 Podiumsdiskussionen und 14 interaktiven Workshops ein breites Spektrum an Inhalten. Besonders kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups erhalten in einem speziell zugeschnittenen Workshop unter dem Titel „Business Plans for Renewable Chemicals and Materials for Start-ups and SMEs“ konkrete Unterstützung für ihre Wachstumsstrategien. Ein zusätzlicher Workshop wird von Expertinnen der Science Based Targets initiative (SBTi) geleitet und widmet sich dem Stand der Überarbeitung wissenschaftsbasierter Klimaziele für Unternehmen.
Begleitend zur Konferenz findet eine Ausstellung auf zwei Etagen statt. Insgesamt stehen 24 Ausstellungsflächen zur Verfügung, von denen sechs aktuell noch buchbar sind. Die obere Etage ist aufgrund ihrer reduzierten Standgebühr besonders für Start-ups attraktiv, die sich dort in unmittelbarer Nähe zu etablierten Marken und Investoren präsentieren können.
Thematische Schwerpunkte der RMC 2025
Im Mittelpunkt der diesjährigen Konferenz stehen fünf inhaltliche Themenfelder, die zentrale Zukunftsfragen der Branche aufgreifen. Die Defossilisierung der chemischen Industrie bildet den übergeordneten Rahmen und wird aus technologischer, wirtschaftlicher und politischer Perspektive beleuchtet. Im Bereich Feinchemikalien wird das stark wachsende Interesse an biobasierten Inhaltsstoffen für Anwendungen in Pharmazie, Kosmetik, Körperpflege und Ernährung deutlich. Fortschritte in Biotechnologie und Biokatalyse erlauben inzwischen hochspezialisierte und marktfähige Produkte.
Ein weiterer thematischer Schwerpunkt ist der Bereich fossilfreier Kunststoffe. Derzeit basieren über 95 Prozent aller Kunststoffe auf fossilem Kohlenstoff. Die RMC zeigt Ansätze zur Herstellung von Kunststoffen auf Basis von Biomasse, CO₂ und Recyclingströmen – für Einsatzbereiche wie Verpackung, Textilien, Automobile und technische Anwendungen. Nachhaltige Kohlenstoffkreisläufe spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Diskutiert werden Strategien für zirkuläre Rohstoffe, kaskadische Nutzung und die Reduktion von Abfall. Schließlich widmet sich die Konferenz intensiv dem Thema biologisch abbaubarer Materialien. In Anbetracht neuer EU-Regelungen, etwa der PPWR, stellt sich zunehmend die Frage, für welche Anwendungen biologische Abbaubarkeit ökologisch sinnvoll und künftig gesetzlich vorgeschrieben sein wird.
Innovationspreis „Renewable Material of the Year 2025“
Ein Höhepunkt der Konferenz ist die Verleihung des Innovationspreises „Renewable Material of the Year 2025“, der von Covestro aus Deutschland gesponsert wird. Eine internationale Fachjury hat sechs Projekte nominiert, die während der Veranstaltung dem Publikum präsentiert werden. Zu den nominierten Innovationen gehören ein neuartiges weißes Lignin von Bloom Biorenewables aus der Schweiz, eine Plattformtechnologie für ligninbasierte Biopolymere des norwegischen Unternehmens Borregaard sowie ein Verfahren des deutschen Start-ups Cyclize, das Mischabfälle und CO₂ zur Synthese von Synthesegas nutzt. Weitere Nominierte sind das biosynthetische und zirkuläre Polyamid Bylon von Sci-Lume Labs aus den USA, eine PFAS- und Kunststoff-Alternative in Papierverpackungen von Sustanix Materialtech aus den Niederlanden sowie eine neu entwickelte Generation recycelter Acryllösungen von Trinseo mit Sitz in Italien. Die Entscheidung über den Preisträger trifft das Konferenzpublikum.
Sponsoren und Partnernetzwerk
Die Renewable Materials Conference 2025 wird von einem umfangreichen Partnernetzwerk getragen. Platin-Sponsor ist UPM Biochemicals aus Finnland. Als Gold-Sponsoren engagieren sich CO₂Value Europe, IFF aus den USA, Leaf Biotech aus China, REDcert aus Deutschland, TÜV AUSTRIA Belgium, Uncountable Inc. aus den USA und Zhongke Guosheng aus China. Das Unternehmen J. Rettenmaier & Söhne aus Deutschland tritt als Silber-Sponsor auf. Die Get Together Session wird durch das niederländische Institut TNO unterstützt.
Darüber hinaus begleiten zahlreiche Institutionen die Konferenz als ideelle Partner, darunter AVK – Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe, Bioeconomy for Change, das österreichische bündnis mikroplastikfrei, C.A.R.M.E.N., der Chemie-Cluster Bayern, das Biotechnologie-Cluster CLIB, das Enterprise Europe Network, European Bioplastics, die internationale Organisation GO!PHA, das IBB Netzwerk für industrielle Biotechnologie, die Initiative natürliche Kreislaufwirtschaft, das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen, kunststoffland NRW, die Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate, die Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT), Plastics Europe sowie die Renewable Carbon Initiative.
Weitere Informationen zur Konferenz, zum Programm mit Referierenden, Unternehmen und Tagesordnung sowie das 60-seitige Konferenzjournal sind online abrufbar.
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