• Zum Inhalt springen
  • Skip to secondary menu
  • Zur Seitenspalte springen

Die Chemie Zeitschrift Österreichs

Das unabhängige Traditionsmagazin

  • Das Magazin
    • Über die Österreichische Chemie Zeitschrift
    • 120 Jahre
    • Abonnement
    • Mediadaten
    • Online-Archiv
  • Resorts
    • Forschung
    • Foto Freitag
    • Messe
    • Publikation
    • Personalia
    • Bildung
  • Messekalender
  • Chemie-Lexikon
  • Links
    • L&B
    • labor
    • Kunststoff
  • Welkin Media Verlag
Aktuelle Seite: Start / News / Membrantechnik reduziert Energiebedarf der Gastrocknung deutlich

Membrantechnik reduziert Energiebedarf der Gastrocknung deutlich

12. Dezember 2025 von Birgit Fischer

Das Fraunhofer IKTS entwickelt für die Gastrocknung von Erdgas, Biomethan und Wasserstoff einen Membranansatz, der auf keramischen Strukturen und nanoporösen Schichten basiert. Durch diese Konstruktion wird Wasser aus den Gasströmen selektiv abgeführt, sodass die bisherigen, chemisch gestützten und thermisch belastenden Schritte der Trocknung perspektivisch ersetzt werden können. Die Technologie richtet sich an Betreiber von Leitungsnetzen, die Energieaufwand, Emissionen und Anlagenbelastungen verringern möchten.

REM-Aufnahme einer Kohlenstoffmembran für die Abtrennung von Flüssigkeiten aus Biomethan. | Bild: Fraunhofer IKTS
REM-Aufnahme einer Kohlenstoffmembran für die Abtrennung von Flüssigkeiten aus Biomethan. | Bild: Fraunhofer IKTS

Die Funktionsweise beruht auf einer mikrometerdünnen Schicht, deren Nanoporen Wassermoleküle aufgrund ihrer geringen Größe passieren lassen und damit einen gezielten Abtrennprozess ermöglichen. Dieses Verfahren bietet eine Alternative zur konventionellen Gastrocknung, die mit absorbierenden Chemikalien und hohen Temperaturen verbunden ist und dadurch sowohl Energieverbrauch als auch Emissionen verursacht. Das Fraunhofer IKTS stellt damit einen Ansatz bereit, der Energiegase sauber und mit deutlich reduziertem Aufwand trocknen kann.

Membrantechnik als Grundlage der Gastrocknung

Die neue Methode stützt sich auf eine Keramikröhre, deren Innenwand mit einer mikrometerdünnen Membran versehen wird. Diese Schicht ist nanoporös aufgebaut und verfügt über Poren von 0,4 Nanometern. Wassermoleküle mit einem Durchmesser von 0,28 Nanometern können die Membran passieren und werden durch den porösen keramischen Träger nach außen geleitet, während die größeren Moleküle der Energiegase im Hauptstrom verbleiben.

Damit entfällt der Einsatz von Triethylenglycol, das bisher Wasser absorbiert und anschließend durch Destillation bei rund 200 Grad Celsius regeneriert werden musste. Diese thermische Belastung führte zur Entstehung unerwünschter Crack-Produkte, die verbrannt werden mussten, was sowohl Energie als auch CO₂ verursachte. Die Membranlösung des Fraunhofer IKTS vermeidet diese Prozesse vollständig und reduziert den Energieaufwand der Gastrocknung um bis zu 90 Prozent.

Dr. Hannes Richter, Leiter der Abteilung Nanoporöse Membranen, zählt die Vorteile auf: „Bei diesem Prozess benötigen wir kein TEG, dementsprechend entfallen die Destillation und das Verbrennen von Rückständen. Gegenüber der herkömmlichen Technik der Gastrocknung sparen wir bis zu 90 Prozent Energie, und es fallen auch keinerlei CO2-Emissionen an.“

Dr. Adrian Simon, Gruppenleiter für Zeolith- und Kohlenstoffmembranen, betont: „Das nanoporöse Material auf dem Keramikträger muss eine perfekte geschlossene Schicht bilden, sonst kann es seine Funktion als Membran für die Wassermoleküle nicht erfüllen und würde auch größere Moleküle passieren lassen.“

Zwei Membranvarianten für flexible Gastrocknung

Um unterschiedliche Gasströme zuverlässig trocknen zu können, entwickelte das Fraunhofer IKTS zwei Membrantypen. Für Erdgas und Wasserstoff wird eine Zeolith-Membran eingesetzt. Dazu wird eine Zeolith-Lösung in das Keramikrohr gegossen und nach dem Erhitzen in einer Syntheselösung zu einer geschlossenen Kristallschicht zusammengeführt. Diese Struktur bildet die Voraussetzung für eine selektive und langlebige Wasserabtrennung.

Mit keramischen Membranen des Fraunhofer IKTS entsteht eine Form der Gastrocknung, die Gase effizient und kostensparend entwässert. |Bild: Fraunhofer IKTS
Mit keramischen Membranen des Fraunhofer IKTS entsteht eine Form der Gastrocknung, die Gase effizient und kostensparend entwässert. | Bild: Fraunhofer IKTS

Die zweite Variante basiert auf Kohlenstoff und ist für die Trocknung von Biomethan ausgelegt. Ein organischer Precursor wird in das Rohr eingebracht und bildet eine dünne Polymerschicht, die anschließend unter Sauerstoffausschluss erhitzt wird. Bei Temperaturen über 700 Grad Celsius wandelt sich die Schicht in eine geschlossene Kohlenstoffmembran um. Beide Varianten ermöglichen eine passgenaue Umsetzung der Gastrocknung für die jeweilige Gaszusammensetzung.

Das Fraunhofer IKTS optimierte die Herstellungsprozesse über zahlreiche Tests hinweg. Die Kombination aus keramischem Know-how und Erfahrung in der Highend-Membrantechnologie erwies sich als entscheidend, um reproduzierbare Schichtqualitäten zu erzielen. Diese technologische Grundlage ist zugleich wichtig, um die Membranen für industrielle Anwendungen zu skalieren.

Derzeit wird die Technologie vom Technikumsmaßstab in größere Einheiten überführt. Dr. Richter beschreibt diese Skalierung als entscheidenden Schritt, um Erdgas, Biomethan und Wasserstoff in realen Netzen schnell, sauber und energiearm zu trocknen und damit das Einsatzspektrum der Gastrocknung zu erweitern.

Industrielle Perspektiven für Energieversorger

Für Betreiber von Leitungen bedeutet die Membranlösung eine deutliche Entlastung. Sie schützt Ventile, Sensoren und Leitungsabschnitte vor den Folgen von Wasseranteilen und senkt zugleich die Betriebskosten. Da keine chemischen Regenerationsschritte und keine Verbrennungsprozesse mehr nötig sind, entsteht ein robustes Verfahren, das auf energieeffizientem Molekültransport basiert. Die Gastrocknung wird dadurch sowohl wirtschaftlicher als auch technisch stabiler.

Pilotanlage beim Partner in Staßfurt zur Gastrocknung mit keramischen Membranen. | Foto: Fraunhofer IKTS
Pilotanlage beim Partner in Staßfurt zur Gastrocknung mit keramischen Membranen. | Foto: Fraunhofer IKTS

Das Fraunhofer IKTS unterstützt Energieversorger, Netzbetreiber und Anlagenbauer bei der Planung und Umsetzung von Pilotanlagen. Konzepte für den industriellen Aufbau ermöglichen eine frühe Integration in reale Systeme. Die Technologie findet Anwendung in Biomethan-, Erdgas- und Wasserstoffnetzen und schafft Einsparungen bei Energie und Emissionen.

Die Forschungsarbeiten wurden im Projekt »Hybiodirect« durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert. Als Partner war die DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH beteiligt. Erste Tests erfolgten im Vorhaben H2well-compact, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unterstützt wurde.

Kategorie: News Stichworte: Biomethan, Erdgas, Fraunhofer IKTS, Gastrocknung, Membrane, Wasserstoff

Seitenspalte

Messekalender

  • all about automation Berlin

    Die all about automation Berlin 2026 feiert am 28. und 29. Januar ihre Premiere in der STATION-Berlin. Als Fachmesse für Industrieautomation, […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Bern

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Bern 2026 ist die größte Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss in der Schweiz. Sie präsentiert modernste […]

  • EMPACK Bern

    Die EMPACK Bern 2026 ist der einzigartige Treffpunkt der Verpackungsindustrie in der Schweiz und bildet den gesamten Verpackungsprozess entlang der […]

  • LOPEC Kongress

    Der LOPEC Kongress 2026 findet vom 24. bis 26. Februar 2026 im Messezentrum München statt und gilt als weltweit bedeutendste Kommunikationsplattform […]

  • LOPEC

    Die LOPEC 2026 findet vom 25. bis 26. Februar 2026 in der Messe München statt und gilt als führende internationale Fachmesse mit begleitendem […]

Die aktuelle Chemie

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Unser Newsletter-Archiv

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Lebensmittel-&Biotechnologie und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • Cobot automatisiert Arbeitsprozesse im Fruchthandel
    am 19. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Der Cobot des Fraunhofer IAPT automatisiert Greifen, Sortieren und Verpacken von Obst. Auf der Fruit Logistica 2026 zeigt das Institut eine flexible Automationslösung für den Fruchthandel. Der Beitrag Cobot automatisiert Arbeitsprozesse im […]

  • Kreislaufwirtschaft verändert industrielle Wertschöpfung
    am 19. Januar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die Kreislaufwirtschaft ersetzt lineare Verbrauchsmodelle durch zirkulierende Materialien und entwickelt sich zu einem zentralen Industrieprinzip. Besonders Kunststoffe treiben Recycling, Design for Recycling und stabile Stoffkreisläufe voran. The […]

  • Markus Büngers übernimmt CEO-Position bei HASCO
    am 16. Januar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Markus Büngers hat zum 01. Januar 2026 die Position des CEO der HASCO Hasenclever GmbH + Co. KG übernommen. Nach einer Übergangsphase unter Thomas Karazmann setzt das Unternehmen auf interne Nachfolge, strategische Kontinuität und langfristige […]

  • GEA realisiert offene Pilotinfrastruktur für Fermentation
    am 16. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    GEA realisiert für die Biotechnology Fermentation Factory am NIZO Food Innovation Campus in Ede eine offene Pilotinfrastruktur für Fermentation in Lebensmittelqualität. Die Anlage ermöglicht die Validierung und Skalierung präzisions- und […]

  • Ganzheitliche Prozesslösungen für die Kunststoffverarbeitung
    am 15. Januar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Auf der PlastIndia 2026 präsentiert Coperion ganzheitliche Prozesslösungen für Compoundieren, Recycling und Polyolefine. Gezeigt werden Einzelkomponenten und Gesamtanlagen aus einer Hand, die auf effizienten Betrieb, hohe Zuverlässigkeit, […]

  • Sprühbares Polymer eröffnet neuen Pflanzenschutz
    am 15. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Forschende der University of California San Diego haben ein sprühbares Polymer entwickelt, das neue Ansätze im Pflanzenschutz eröffnet. Die Beschichtung schützt Nutzpflanzen vor bakteriellen Infektionen, bleibt gasdurchlässig und erhöht ihre […]

  • Selectnutrition wird Teil von TER Chemicals
    am 14. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Selectnutrition wird Teil von TER Chemicals. Mit der Übernahme stärkt TER Chemicals seine Position im Food-&-Nutrition-Segment in der Schweiz und im gesamten DACH-Raum und richtet das Geschäft langfristig auf Wachstum aus. Der Beitrag […]

  • Volker Nilles verstärkt ARBURG-Geschäftsführung
    am 14. Januar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Volker Nilles hat am 12. Januar 2026 den Vorsitz der Geschäftsführung von ARBURG übernommen und die sechsköpfige Führungsspitze des Maschinenbauers ergänzt. The post Volker Nilles verstärkt ARBURG-Geschäftsführung appeared first on […]

  • Ultramid®-Polyamid besteht Langzeitanforderungen der E-Mobilität
    am 13. Januar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die glasfaserverstärkte, halogenarme Ultramid®-Type von BASF wird für Anwendungen der E-Mobilität unter Hydrolysebedingungen in Wasser-Glykol geprüft. Mithilfe von Arrhenius-Analysen lassen sich die Materialeigenschaften auf Einsatzzeiten von […]

  • Lignin als Ausgangsstoff für bioaktive Moleküle
    am 13. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Lignin wird an der Universität Graz als Ausgangsstoff für bioaktive Moleküle genutzt. Chemische Verfahren auf Basis von Holzresten ermöglichen kürzere Synthesewege, geringeren Energieeinsatz und reduzierte Abfallmengen. Der Beitrag Lignin als […]

Schlagwörter

Aktuelle Nachrichten über BASF analytica Analytik Analytik Jena Anlagenbau Automation Automatisierung Awards B&R BASF Borealis BR CEM CO2 Danfoss Digitalisierung Endress+Hauser Evonik FCIO Festo Finance Forschung Foto Freitag FotoFreitag Hardware Industrie 4.0 Jubiläum KI Kreislaufwirtschaft Labortechnik LANXESS Lenzing Logistik Messe München Nachhaltigkeit OMV Personalia Publikation Pumpen Recycling Robotik Shimadzu Software Wasserstoff Webinar

Kategorien

Copyright © 2026 · WelkinMedia Fachverlag