Mit einem Investitionsvolumen von rund 35 Millionen US-Dollar bündeln die Petrovietnam Chemical and Services Corporation (PVChem) und der deutsche Industriegasespezialist Messer SE & Co. KGaA ihre Kräfte zur Gründung der Cái Mép Industrial Gases Co. Ltd. Das Joint Venture plant den Bau einer modernen Produktionsanlage im Cái Mép Industrial Park bei Ho-Chi-Minh-Stadt, die jährlich 200.000 Tonnen Industriegase herstellen soll. Der Baubeginn ist für Ende 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme für Ende 2028.

Das Projekt gilt als ein zentraler Schritt zur Umsetzung der vietnamesischen Strategie für grüne Energie und Kreislaufwirtschaft. Durch den Einsatz innovativer Technologien wird die neue Anlage die Wertschöpfungskette von Petrovietnam für LNG, Industriegase und saubere Energie schließen. Damit trägt sie zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen, zur Steigerung der Energieeffizienz und zur optimalen Nutzung bestehender Gasinfrastrukturen bei.
Energieeffiziente Technologie für grüne Industriegase
Die Anlage nutzt ein europäisches Verfahren der Cryogenic Air Separation (CAS) in Kombination mit der Rückgewinnung von Kälteenergie aus dem LNG-Regasifizierungsprozess von PVGas. Diese innovative Integration senkt sowohl den Strom- als auch den Kühlwasserverbrauch erheblich. Durch diese Synergie werden die indirekten Treibhausgas-Emissionen verringert und die Umweltbilanz deutlich verbessert.
Die Konzeption orientiert sich an Modellen der grünen und kreislaufwirtschaftlichen Produktion. Sie zeigt, wie industrielle Prozesse durch technologische Innovation nachhaltiger gestaltet werden können. Für Messer ist dies die weltweit erste Luftzerlegungstechnologie mit Kälteenergierückgewinnung – ein Meilenstein in der Industriegaseproduktion, der zugleich den hohen europäischen Umweltstandards entspricht.
Strategische Bedeutung für Petrovietnam und Messer
Für Petrovietnam und seine Tochtergesellschaft PVChem stellt das Joint Venture einen wichtigen Beitrag zur nationalen Energiestrategie Vietnams dar. Le Manh Hung, Vorsitzender von Petrovietnam, bezeichnete das Projekt als „konkreten Schritt zur Umsetzung der Strategie für grüne Energie und Kreislaufwirtschaft“, die im Einklang mit den CO₂-Neutralitätszielen des Landes steht. PVChem stärkt damit seine Position als Treiber nachhaltiger Wertschöpfungsketten innerhalb des Konzerns.
Auch für Messer markiert die Kooperation einen strategischen Meilenstein. Vorstandsvorsitzender Bernd Eulitz hob hervor, dass die Zusammenarbeit die Energieeffizienz optimiere und neue Maßstäbe für umweltgerechte Industriegase setze. Aufsichtsratschef Stefan Messer betonte den Beitrag der kohlenstoffarmen Industriegase zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen in zahlreichen industriellen und medizinischen Anwendungen.
Petrovietnam und PVChem im Wandel der Energiebranche
Die Gründung des Joint Ventures fällt in eine Zeit, in der sich Petrovietnam auf sein 50-jähriges Bestehen vorbereitet. Der Konzern spielt eine tragende Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung Vietnams und gilt als führende Wirtschaftsgruppe des Landes. Mit seiner technologischen Stärke, seinen finanziellen Ressourcen und einem Netzwerk spezialisierter Tochterunternehmen agiert Petrovietnam in den Bereichen Energie, Industrie und Dienstleistungen.
PVChem selbst verfügt über mehr als 35 Jahre Erfahrung in Ölfeldchemie, technischen Dienstleistungen und erneuerbaren Energien. Das Unternehmen strebt an, ein regionaler Marktführer für chemische und industrielle Services zu werden. Der Ausbau der Industriegaseproduktion mit Messer gilt dabei als strategischer Schritt, um die grüne Transformation und die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft weiter voranzutreiben.