• Zum Inhalt springen
  • Skip to secondary menu
  • Zur Seitenspalte springen

Die Chemie Zeitschrift Österreichs

Das unabhängige Traditionsmagazin

  • Das Magazin
    • Über die Österreichische Chemie Zeitschrift
    • 120 Jahre
    • Abonnement
    • Mediadaten
    • Online-Archiv
  • Resorts
    • Forschung
    • Foto Freitag
    • Messe
    • Publikation
    • Personalia
    • Bildung
  • Messekalender
  • Chemie-Lexikon
  • Links
    • L&B
    • labor
    • Kunststoff
  • Welkin Media Verlag
Aktuelle Seite: Start / News / Nachhaltige Amidierung: KI optimiert grüne Chemie

Nachhaltige Amidierung: KI optimiert grüne Chemie

11. November 2025 von Birgit Fischer

Die Freiburger Universität erhält für ein innovatives Projekt zur nachhaltigen Amidierung 1,5 Millionen Euro von der Vector Stiftung. Unter Leitung von Dr. Tobias Schnitzer entsteht ein neues Verfahren, das Amidierungen energieeffizient, ressourcenschonend und frei von toxischen Reagenzien ermöglicht. Dabei spielt Künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle: Sie hilft, die Entwicklung neuer Katalysatoren gezielt zu steuern und den Energieeinsatz deutlich zu reduzieren.

Das Forschungsteam um Dr. Tobias Schnitzer analysiert mithilfe Künstlicher Intelligenz katalytische Daten zur Optimierung nachhaltiger Amidierungen. | Foto: Klaus Polkowski / Universität Freiburg
Das Forschungsteam um Dr. Tobias Schnitzer analysiert mithilfe Künstlicher Intelligenz katalytische Daten zur Optimierung nachhaltiger Amidierungen. | Foto: Klaus Polkowski / Universität Freiburg

Das Forschungsvorhaben zeigt, wie digitale Technologien die Chemie verändern können. Das Team um Schnitzer nutzt KI, um aus großen Datenmengen chemischer Reaktionen Muster zu erkennen, die zu umweltfreundlicheren Prozessen führen. Ziel ist es, Amidierungen zu realisieren, bei denen Wasser das einzige Nebenprodukt ist. So sollen Produktionsabläufe effizienter und nachhaltiger gestaltet werden.

Bedeutung der Amidierung in der Industrie

Amidierungen gehören zu den wichtigsten chemischen Reaktionen und machen rund 16 Prozent aller Prozesse in der chemischen Industrie aus. Sie sind essenziell für die Herstellung von Pharmazeutika, Agrochemikalien und Polymeren. Auch bei der Produktion von Feinchemikalien wie Farbstoffen, Duftstoffen und Additiven sind sie unverzichtbar.

Doch die herkömmlichen Verfahren haben erhebliche ökologische Nachteile. Sie benötigen Chlorierungs- und Kupplungsreagenzien, die toxisch, explosiv oder korrosiv sind. Zudem entstehen dabei große Mengen gefährlicher Nebenprodukte, die die Umwelt belasten. Auch die verwendeten Lösungsmittel gelten häufig als schwer abbaubar und gesundheitsschädlich. Die neue Forschung setzt genau hier an: Sie zielt darauf ab, Amidierungen unter sicheren, umweltfreundlichen Bedingungen zu ermöglichen, ohne die industrielle Anwendbarkeit einzuschränken.

Entwicklung innovativer Katalysatoren für die Amidierung

Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung neuartiger Boronsäurekatalysatoren. Diese sollen Amidierungen unter milden Bedingungen ermöglichen und gleichzeitig eine hohe Reaktionsausbeute erzielen. Ausgangspunkt ist eine umfangreiche Katalysatorenbibliothek, die im Hochdurchsatz experimentell getestet wird.

Im Labor der Universität Freiburg entwickeln die Chemikerinnen und Chemiker neue Boronsäurekatalysatoren für energieeffiziente und umweltfreundliche Amidierungsreaktionen. | Foto: Klaus Polkowski / Universität Freiburg
Im Labor der Universität Freiburg entwickeln die Chemikerinnen und Chemiker neue Boronsäurekatalysatoren für energieeffiziente und umweltfreundliche Amidierungsreaktionen. | Foto: Klaus Polkowski / Universität Freiburg

Die dabei gewonnenen Daten bilden die Grundlage für ein KI-gestütztes Modell, das die Reaktivität von Hunderttausenden potenziellen Katalysatoren vorhersagen kann – ohne dass diese zunächst synthetisiert werden müssen. Damit spart das Projekt nicht nur Zeit, sondern auch Energie und Ressourcen. Das Verfahren kombiniert experimentelle Chemie und datenbasierte Modellierung auf neue Weise und eröffnet so neue Wege in der nachhaltigen Syntheseforschung.

Wirtschaftliche Perspektiven der grünen Chemie

Das Ziel der Freiburger Forschung ist klar definiert: Die Identifikation hochaktiver Katalysatoren, die Amidierungen bei Raumtemperatur in biobasierten Lösungsmitteln ermöglichen. Dadurch könnte ein energie- und kosteneffizientes Verfahren entstehen, das Abfälle minimiert und eine der zentralen Reaktionen der chemischen Industrie revolutioniert.

Nach Einschätzung von Dr. Schnitzer leistet das Projekt einen messbaren Beitrag zu den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Er betont, dass nachhaltige Chemie nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich relevant sei. Mit der Kombination aus innovativer Katalyse und Künstlicher Intelligenz zeigt die Freiburger Forschung, dass grüne Chemie praktikabel und zukunftsweisend sein kann.

Förderung durch die Vector Stiftung

Die Vector Stiftung unterstützt das Projekt über sechs Jahre mit insgesamt 1,5 Millionen Euro. Sie engagiert sich in Baden-Württemberg in den Bereichen Forschung, Bildung und Soziales und hat seit ihrer Gründung 2011 mehr als 100 Millionen Euro in gemeinnützige Projekte investiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung naturwissenschaftlich-technischer Forschungsvorhaben und der MINT-Bildung.

Durch die Förderung trägt die Stiftung dazu bei, innovative Forschung mit gesellschaftlicher Relevanz zu ermöglichen. Das Projekt von Dr. Schnitzer steht exemplarisch für diese Zielsetzung: Es verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit nachhaltigem Mehrwert für Umwelt und Industrie.

Zur Person: Dr. Tobias Schnitzer

Dr. Tobias Schnitzer. | Foto: Klaus Polkowski / Universität Freiburg
Foto: Klaus Polkowski / Universität Freiburg

Dr. Tobias Schnitzer leitet seit 2023 die Forschungsgruppe „Target-selective Catalysis“ am Institut für Organische Chemie der Universität Freiburg. Er ist Träger des Liebig-Stipendiums des Fonds der Chemischen Industrie, erhielt den Eugen-Graetz-Preis der Universität Freiburg und gehört dem Eliteprogramm für Postdoktorand*innen der Baden-Württemberg-Stiftung an.

Mit seiner Forschung möchte er zeigen, dass moderne Chemie nicht nur innovativ, sondern auch umweltverträglich sein kann. Sein Ansatz verbindet wissenschaftliche Präzision mit gesellschaftlicher Verantwortung – und könnte die Amidierung zu einem Vorreiter nachhaltiger Reaktionsmethoden machen.

Kategorie: Forschung, News Stichworte: Amidierung, KI, Nachhaltigkeit, Universität Freiburg

Seitenspalte

Messekalender

  • all about automation Berlin

    Die all about automation Berlin 2026 feiert am 28. und 29. Januar ihre Premiere in der STATION-Berlin. Als Fachmesse für Industrieautomation, […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Bern

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Bern 2026 ist die größte Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss in der Schweiz. Sie präsentiert modernste […]

  • EMPACK Bern

    Die EMPACK Bern 2026 ist der einzigartige Treffpunkt der Verpackungsindustrie in der Schweiz und bildet den gesamten Verpackungsprozess entlang der […]

  • LOPEC Kongress

    Der LOPEC Kongress 2026 findet vom 24. bis 26. Februar 2026 im Messezentrum München statt und gilt als weltweit bedeutendste Kommunikationsplattform […]

  • LOPEC

    Die LOPEC 2026 findet vom 25. bis 26. Februar 2026 in der Messe München statt und gilt als führende internationale Fachmesse mit begleitendem […]

Die aktuelle Chemie

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Unser Newsletter-Archiv

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Lebensmittel-&Biotechnologie und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • Systemtechnik für nachhaltige Effizienz in der Kunststoffproduktion
    am 10. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Auf der K 2025 zeigte ONI, wie vernetzte Systemtechnik nachhaltige Effizienz in der Kunststoffproduktion ermöglicht. Durch die Verbindung von Maschinen-, Material- und Temperierlösungen entstehen integrierte Prozesse für Qualität und […]

  • Thomas Otto beendet seine Geschäftsführertätigkeit bei Vetter
    am 10. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Thomas Otto beendet nach über 35 Jahren seine Geschäftsführertätigkeit bei Vetter. Der Übergang erfolgt strategisch geplant, während Otto das Unternehmen weiterhin beratend unterstützt. Der Beitrag Thomas Otto beendet seine […]

  • Niederösterreich stärkt Zukunft der Bahntechnologie
    am 9. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Mit einer klaren Schwerpunktsetzung auf Bahntechnologie positioniert sich Niederösterreich strategisch als zentrale Drehscheibe für Mobilität und Infrastruktur der kommenden Jahre. The post Niederösterreich stärkt Zukunft der Bahntechnologie […]

  • Präzise Füllstandsmessung als Grundlage für zuverlässige Prozesse
    am 9. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Dieser Fachartikel von Minebea Intec zeigt, wie gravimetrische Lösungen die Füllstandsmessung in anspruchsvollen Anwendungen präziser und prozesssicherer machen. Der Beitrag Präzise Füllstandsmessung als Grundlage für zuverlässige Prozesse […]

  • GEA AWP launcht ValveCalc 9.0
    am 5. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    ValveCalc 9.0 erweitert das Auslegungsprogramm von GEA AWP um neue Module, aktualisierte Normen, moderne Bedienfunktionen und eine Cloudlösung. Die Version bietet zusätzliche Vergleichsmöglichkeiten und erleichtert die Projektübersicht. Der […]

  • Clearmelt-Competence-Center optimiert PUR-Prozesse
    am 5. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    ENGEL unterstützt anspruchsvolle PUR-Projekte mit dem neuen clearmelt-Competence-Center, das Prozessketten verkürzt, Effizienz steigert und Logistikaufwände reduziert. The post Clearmelt-Competence-Center optimiert PUR-Prozesse appeared first on […]

  • Energieeffizienz als zentraler Faktor für Süßwaren- und Snackanlagen
    am 4. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Auf der ProSweets Cologne 2026 rückt Energieeffizienz in der Süßwaren- und Snackindustrie stärker denn je in den Mittelpunkt. Steigende Energiekosten, regulatorische Vorgaben und Klimaschutzziele führen dazu, dass Hersteller ihre […]

  • MSV zeigte umfassende Impulse für die industrielle Transformation
    am 4. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die 66. MSV zeigte 2025 eindrucksvoll die Transformation zentraler Industriesektoren. Die Ausstellung präsentierte Technologien, internationale Delegationen und Schlüsseltrends, die für die Zukunft der tschechischen Industrie prägend sind. The […]

  • Klimahöfe-Initiative untersucht Wege zu emissionsarmer Milch
    am 3. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Die Klimahöfe-Initiative von Dr. Oetker, Molkerei Gropper und Moers Frischeprodukte prüft auf sechs Höfen, welche Maßnahmen die Milchproduktion emissionsärmer machen können, und bewertet ihre Wirkung auf Klima, Tierwohl und […]

  • MDX Serie unterstützt EU-konforme Kunststoffverarbeitung
    am 3. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die MDX Serie von MEAF unterstützt die EU-konforme Kunststoffverarbeitung durch IV-Erhöhung, Dekontamination und Desodorierung recycelter Thermoplaste. Auf der K 2025 präsentierte MEAF die Serie erstmals und demonstrierte deren flexible […]

Schlagwörter

Aktuelle Nachrichten über BASF analytica Analytik Analytik Jena Anlagenbau Automation Automatisierung Awards B&R BASF Borealis BR CEM CO2 Danfoss Digitalisierung Endress+Hauser Evonik FCIO Festo Finance Forschung Foto Freitag FotoFreitag Hardware Industrie 4.0 Jubiläum KI Kreislaufwirtschaft Labortechnik LANXESS Lenzing Logistik Messe München Nachhaltigkeit OMV Personalia Publikation Pumpen Recycling Robotik Shimadzu Software Wasserstoff Webinar

Kategorien

Copyright © 2025 · WelkinMedia Fachverlag