• Zum Inhalt springen
  • Skip to secondary menu
  • Zur Seitenspalte springen

Die Chemie Zeitschrift Österreichs

Das unabhängige Traditionsmagazin

  • Das Magazin
    • Über die Österreichische Chemie Zeitschrift
    • 120 Jahre
    • Abonnement
    • Mediadaten
    • Online-Archiv
  • Resorts
    • Forschung
    • Foto Freitag
    • Messe
    • Publikation
    • Personalia
    • Bildung
  • Messekalender
  • Chemie-Lexikon
  • Links
    • L&B
    • labor
    • Kunststoff
  • Welkin Media Verlag
Aktuelle Seite: Start / News / Neuer Sauerstoff-Sensor für Industrie & Umwelt

Neuer Sauerstoff-Sensor für Industrie & Umwelt

25. März 2025 von Birgit Fischer

Präzise, kompakt und energiesparend: Ein neuer Sensor der ETH Zürich ermöglicht eine effiziente Sauerstoffmessung. Mithilfe von Kohlenstoff-Nanoröhrchen und Licht erkennt er selbst kleinste Mengen in Gasgemischen – ideal für Anwendungen in der Industrie, Medizin und Umweltanalytik.

Ein Nanoröhrchen aus Kohlenstoff, eine Schicht Titandioxid und ein Farbstoff, der Licht in elektrische Ladung umwandelt – aus diesen drei Modulen besteht der neuartige Sauerstoffmesser. | Bild: Bezdek Group / ETH Zürich
Ein Nanoröhrchen aus Kohlenstoff, eine Schicht Titandioxid und ein Farbstoff, der Licht in elektrische Ladung umwandelt – aus diesen drei Modulen besteht der neuartige Sauerstoffmesser. | Bild: Bezdek Group / ETH Zürich

Der Sensor kombiniert innovative Materialien mit intelligenter Sensortechnologie. Seine geringe Größe, Langlebigkeit und hohe Selektivität machen ihn perfekt für mobile Messgeräte und den Einsatz in großflächigen Sensornetzwerken. So kann er zur Luft- und Umweltüberwachung beitragen.

Innovative Sensortechnologie für präzise Sauerstoffmessung

Sauerstsoff ist lebensnotwendig und ein reaktionsfreudiger Akteur in vielen chemischen Prozessen. Entsprechend sind Methoden, die Sauerstoff genau messen, für zahlreiche industrielle und medizinische Anwendungen relevant: Sie analysieren Abgase von Verbrennungsprozessen, ermöglichen die sauerstofffreie Verarbeitung von Lebensmitteln und Medikamenten, überwachen den Sauerstoffgehalt unserer Atemluft oder die Sättigung des Blutes.

Aufbau mit vier Dosiergeräten (links), die Gasgemische variierenden Sauerstoffgehalts in die grün beleuchtete Messkammer mit dem Sensor (rechts) speisen. | Bild: Functional Coordination Chemistry Group / ETH Zürich
Aufbau mit vier Dosiergeräten (links), die Gasgemische variierenden Sauerstoffgehalts in die grün beleuchtete Messkammer mit dem Sensor (rechts) speisen. | Bild: Functional Coordination Chemistry Group / ETH Zürich

Auch beim Monitoring der Umwelt spielen Sauerstoffanalysen eine immer wichtigere Rolle. «Allerdings brauchen solche Messungen meist sperrige, stromhungrige und teure Geräte, die für mobile Anwendungen oder Dauereinsätze im Freien kaum geeignet sind», sagt Máté Bezdek, Professor für funktionelle Koordinationschemie an der ETH Zürich. Seine Gruppe verwendet Methoden des molekularen Designs, um neue Sensoren für Umweltgase zu finden.

Im Falle von Sauerstoff ist das Bezdeks Gruppe nun gelungen: In einer externe Studie im Fachmagazin Advanced Science haben die Forschenden einen lichtaktivierten Hochleistungssensor präsentiert, der Sauerstoff in komplexen Gasgemischen präzise detektieren kann und zudem die relevanten Eigenschaften für den Feldeinsatz besitzt.

Ein kompromissloser Allrounder

Lionel Wettstein, Doktorand in Bezdeks Gruppe und Erstautor der Studie, erklärt: «Herkömmliche Messmethoden gehen für eine hohe Empfindlichkeit oft Kompromisse ein.» So gibt es Sensoren, die sehr empfindlich auf Sauerstoff reagieren, aber viel Strom verbrauchen und durch Umweltfaktoren wie Feuchtigkeit gestört werden. Andere sind gegenüber Störgasen tolerant, aber weniger empfindlich und werden rasch verbraucht. «Stationäre Geräte, aufwendige Proben und hohe Kosten schränken die Einsatzmöglichkeiten ebenfalls ein», so Wettstein.

Sauerstoff verändert den elektrischen Widerstand des aktivierten Sensors. Daraus lässt sich die Konzentration des Sauerstoffs bestimmen. | Bild: Functional Coordination Chemistry Group / ETH Zürich
Sauerstoff verändert den elektrischen Widerstand des aktivierten Sensors. Daraus lässt sich die Konzentration des Sauerstoffs bestimmen. | Bild: Functional Coordination Chemistry Group / ETH Zürich

Der neue Sensor kommt hingegen als praktischer Allrounder daher: Er ist sehr empfindlich, weist Sauerstoff in einer Million anderer Moleküle nach, funktioniert aber auch bei höheren Konzentrationen zuverlässig. Zudem ist er selektiv, toleriert also Feuchtigkeit und andere Störgase, und hat eine lange Lebensdauer. Schließlich ist er winzig klein, aber dennoch kostengünstig, einfach anwendbar und verbraucht nur wenig Strom.

Máté Bezdek, Professor für funktionelle Koordinationschemie an der ETH Zürich. | Foto: ETH Zürich
Foto: ETH Zürich

Unser Sensormaterial ist modular aufgebaut – wir wollen die Komponenten chemisch so verändern, dass auch andere relevante Zielmoleküle nachweisbar werden.

Máté Bezdek, Professor für funktionelle Koordinationschemie an der ETH Zürich

Das macht den miniaturisierten Sensor interessant für tragbare Geräte und mobile Echtzeitmessungen im Feld – etwa für die Analyse von Autoabgasen oder die Früherkennung von verdorbenen Lebensmitteln. Der Detektor eignet sich aber auch für das kontinuierliche Monitoring von Seen, Flüssen und Böden durch grossflächig verteilte Sensornetzwerke. «Der Sauerstoffgehalt in diesen Ökosystemen ist ein wichtiger Indikator für die ökologische Gesundheit», weiß Wettstein.

Mit Nanoröhrchen Moleküle riechen

Um die gewünschten Eigenschaften zu erhalten, hat Bezdeks Gruppe den Sensor gezielt aus molekularen Komponenten konzipiert. Er gehört zur Klasse der Chemiresistoren: Das sind winzige elektrische Schaltungen mit einem aktiven Sensormaterial, das direkt mit dem zu analysierenden Molekül wechselwirkt und dabei seinen elektrischen Widerstand ändert. «Der grosse Vorteil ist, dass sich dieses Signal ganz einfach messen lässt», hält Bezdek fest.

Das Sensormaterial basiert auf einem Verbund aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen und Titandioxid (TiO2). Ein Farbstoff (Photosensibilisator) fängt grünes Licht ein und macht das Sensormaterial für Sauerstoff empfindlich.  | Illustration: Bezdek Gruppe / ETH Zürich
Das Sensormaterial basiert auf einem Verbund aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen und Titandioxid (TiO2). Ein Farbstoff (Photosensibilisator) fängt grünes Licht ein und macht das Sensormaterial für Sauerstoff empfindlich. | Illustration: Bezdek Gruppe / ETH Zürich

Als Basis für das Sensormaterial wählten die Forschenden einen Verbundstoff aus Titandioxid und Kohlenstoff-Nanoröhrchen. Titandioxid kann als Chemiresistor dienen, hat aber den Nachteil, dass dies nur bei sehr hohen Temperaturen funktioniert. «Aus diesem Grund haben wir Kohlenstoff-Nanoröhrchen in den Verbundstoff eingebracht», berichtet Bezdek.

Die Nanoröhrchen bilden die energiesparende Plattform – sie sorgen dafür, dass die Sensorreaktion  bei Zimmertemperatur abläuft und ohne Erhitzung auskommt. Um schließlich zu erreichen, dass das Sensormaterial Sauerstoff zuverlässig von anderen Gasen unterscheiden kann, ließ sich das Team von Farbstoffsolarzellen inspirieren, bei denen spezielle Farbstoffmoleküle, Fotosensibilisatoren genannt, Lichtenergie einsammeln und sie in elektrischen Strom umwandeln.

Grünes Licht aktiviert den Sensor:  Der Fotosensibilisator überträgt Ladung auf das Titandioxid-bestückte Nanoröhrchen. So wird es für Sauerstoff empfindlich. | Bild: Functional Coordination Chemistry Group / ETH Zürich
Grünes Licht aktiviert den Sensor: Der Fotosensibilisator überträgt Ladung auf das Titandioxid-bestückte Nanoröhrchen. So wird es für Sauerstoff empfindlich. | Bild: Functional Coordination Chemistry Group / ETH Zürich

Dieses Funktionsprinzip haben die Forschenden auf ihren Sensor übertragen: In Gegenwart von grünem Licht überträgt der Fotosensibilisator Elektronen auf den Verbundstoff aus Titandioxid und Nanoröhrchen. Das aktiviert das Material und macht es spezifisch für Sauerstoff empfindlich. «Im Gegensatz zu anderen Gasen behindert Sauerstoff diesen Ladungstransfer im aktivierten Sensor, wodurch sich sein Widerstand verändert», resümiert Wettstein die Grundlage der Sensorreaktion.

Vom Labor ins Feld

Die Forschenden haben ihre Sensortechnologie bereits zum Patent angemeldet und sind nun auf der Suche nach Industriepartnern, um die Technologie weiterzuentwickeln. Langlebigen und zuverlässigen Sensoren, die Sauerstoff spezifisch in Gasgemischen messen, wird ein jährliches Marktvolumen von rund 1,4 Milliarden US-Dollar zugeschrieben.

Das Team arbeitet nun daran, ihr Sensorkonzept über Sauerstoff hinaus auf weitere Umweltgase zu erweitern, die ökologisch eine wichtige Rolle spielen. «Unser Sensormaterial ist modular aufgebaut – wir wollen die chemische Zusammensetzung der Komponenten so verändern, dass auch andere Zielmoleküle nachgewiesen werden können», so Bezdek.

Ein aktuelles Thema seiner Gruppe ist der Nachweis von Schadstoffen auf Stickstoffbasis, die in der Landwirtschaft zu Überdüngung führen und Böden sowie Gewässer belasten. «Um den ökologischen Fussabdruck des Agrarsektors zu verringern, brauchen wir Sensoren, die eine präzise Düngung von Feldern ermöglichen», bedenkt Bezdek.

Originalpublikation: Wettstein L, Bezdek MJ, et al. A Dye-Sensitized Sensor for Oxygen Detection under Visible Light. IN: Advanced Science (November 20, 2024). doi: externe Seite10.1002/advs.202405694

Kategorie: Forschung, News Stichworte: ETH, Gasgemisch, Monitoring, Sauerstoff, Sensor

Seitenspalte

Messekalender

  • all about automation Berlin

    Die all about automation Berlin 2026 feiert am 28. und 29. Januar ihre Premiere in der STATION-Berlin. Als Fachmesse für Industrieautomation, […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Bern

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Bern 2026 ist die größte Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss in der Schweiz. Sie präsentiert modernste […]

  • EMPACK Bern

    Die EMPACK Bern 2026 ist der einzigartige Treffpunkt der Verpackungsindustrie in der Schweiz und bildet den gesamten Verpackungsprozess entlang der […]

  • LOPEC Kongress

    Der LOPEC Kongress 2026 findet vom 24. bis 26. Februar 2026 im Messezentrum München statt und gilt als weltweit bedeutendste Kommunikationsplattform […]

  • LOPEC

    Die LOPEC 2026 findet vom 25. bis 26. Februar 2026 in der Messe München statt und gilt als führende internationale Fachmesse mit begleitendem […]

Die aktuelle Chemie

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Unser Newsletter-Archiv

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Lebensmittel-&Biotechnologie und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • Markus Büngers übernimmt CEO-Position bei HASCO
    am 16. Januar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Markus Büngers hat zum 01. Januar 2026 die Position des CEO der HASCO Hasenclever GmbH + Co. KG übernommen. Nach einer Übergangsphase unter Thomas Karazmann setzt das Unternehmen auf interne Nachfolge, strategische Kontinuität und langfristige […]

  • GEA realisiert offene Pilotinfrastruktur für Fermentation
    am 16. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    GEA realisiert für die Biotechnology Fermentation Factory am NIZO Food Innovation Campus in Ede eine offene Pilotinfrastruktur für Fermentation in Lebensmittelqualität. Die Anlage ermöglicht die Validierung und Skalierung präzisions- und […]

  • Ganzheitliche Prozesslösungen für die Kunststoffverarbeitung
    am 15. Januar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Auf der PlastIndia 2026 präsentiert Coperion ganzheitliche Prozesslösungen für Compoundieren, Recycling und Polyolefine. Gezeigt werden Einzelkomponenten und Gesamtanlagen aus einer Hand, die auf effizienten Betrieb, hohe Zuverlässigkeit, […]

  • Sprühbares Polymer eröffnet neuen Pflanzenschutz
    am 15. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Forschende der University of California San Diego haben ein sprühbares Polymer entwickelt, das neue Ansätze im Pflanzenschutz eröffnet. Die Beschichtung schützt Nutzpflanzen vor bakteriellen Infektionen, bleibt gasdurchlässig und erhöht ihre […]

  • Selectnutrition wird Teil von TER Chemicals
    am 14. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Selectnutrition wird Teil von TER Chemicals. Mit der Übernahme stärkt TER Chemicals seine Position im Food-&-Nutrition-Segment in der Schweiz und im gesamten DACH-Raum und richtet das Geschäft langfristig auf Wachstum aus. Der Beitrag […]

  • Volker Nilles verstärkt ARBURG-Geschäftsführung
    am 14. Januar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Volker Nilles hat am 12. Januar 2026 den Vorsitz der Geschäftsführung von ARBURG übernommen und die sechsköpfige Führungsspitze des Maschinenbauers ergänzt. The post Volker Nilles verstärkt ARBURG-Geschäftsführung appeared first on […]

  • Ultramid®-Polyamid besteht Langzeitanforderungen der E-Mobilität
    am 13. Januar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die glasfaserverstärkte, halogenarme Ultramid®-Type von BASF wird für Anwendungen der E-Mobilität unter Hydrolysebedingungen in Wasser-Glykol geprüft. Mithilfe von Arrhenius-Analysen lassen sich die Materialeigenschaften auf Einsatzzeiten von […]

  • Lignin als Ausgangsstoff für bioaktive Moleküle
    am 13. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Lignin wird an der Universität Graz als Ausgangsstoff für bioaktive Moleküle genutzt. Chemische Verfahren auf Basis von Holzresten ermöglichen kürzere Synthesewege, geringeren Energieeinsatz und reduzierte Abfallmengen. Der Beitrag Lignin als […]

  • Neue Recyclingpfade für leistungsfähige Geokunststoffe
    am 12. Januar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Im Projekt Zirk-Tex des Fraunhofer CCPE entstehen neue Ansätze zur Herstellung von Geokunststoffen und Dachbahnen aus bislang ungenutzten Kunststoffabfällen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. The post Neue Recyclingpfade für […]

  • Bioraffineriekonzept erzeugt Flugzeugtreibstoff aus Tomatenresten
    am 12. Januar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Ein EU-Forschungsprojekt unter Leitung der TU Graz entwickelt ein integriertes Bioraffineriekonzept, das Restbiomasse aus der Tomatenproduktion vollständig verwertet und daraus nachhaltigen Flugzeugtreibstoff sowie Dünger, Tierfutter und Speiseöl […]

Schlagwörter

Aktuelle Nachrichten über BASF analytica Analytik Analytik Jena Anlagenbau Automation Automatisierung Awards B&R BASF Borealis BR CEM CO2 Danfoss Digitalisierung Endress+Hauser Evonik FCIO Festo Finance Forschung Foto Freitag FotoFreitag Hardware Industrie 4.0 Jubiläum KI Kreislaufwirtschaft Labortechnik LANXESS Lenzing Logistik Messe München Nachhaltigkeit OMV Personalia Publikation Pumpen Recycling Robotik Shimadzu Software Wasserstoff Webinar

Kategorien

Copyright © 2026 · WelkinMedia Fachverlag