Die Region Elsbeere Wienerwald verfolgt klare Ziele in der Energiewende: Mit der Integration moderner Speicheranlagen will man die Nutzung von regional erzeugtem Sonnenstrom deutlich effizienter gestalten. Beim Pressegespräch am 10. Juni bei Würth in Böheimkirchen wurden aktuelle Initiativen und zukünftige Projekte präsentiert, die sowohl Gemeinden als auch Betriebe und Haushalte aktiv einbinden.

Zentraler Baustein ist der Aufbau und die Erprobung neuer Speichertechnologien innerhalb der regionalen Energiegemeinschaften. In Kooperation mit der Wirtschaft, wissenschaftlichen Institutionen und der Landespolitik sollen innovative Lösungen entwickelt werden, um den Bedarf an nachhaltiger Stromversorgung künftig noch besser zu decken.
Speicheranlagen als Schlüssel zur nachhaltigen Stromnutzung
Die Gemeinden der Region Elsbeere Wienerwald setzen seit über zwei Jahren auf Energiegemeinschaften, in denen mittlerweile über 1.200 Zählpunkte vernetzt sind. Mit dem Ziel, den erzeugten Sonnenstrom noch gezielter nutzen zu können, wurde nun die „Speicher-Offensive“ ausgerufen. Diese soll unterschiedliche Speicherformen – von Hausbatterien über Elektroautos bis hin zu zentralen Großspeichern – in der Praxis erproben.
„Es wird künftig unterschiedliche Formen der Speicherung in unserer Region geben, die wir als Prototypen vorstellen und deren praktikablen Einsatz wir testen werden“, erklärte Bürgermeister Jürgen Rummel beim Pressegespräch.
Im Rahmen des Forschungsprojekts EGent, das vom AIT Austrian Institute of Technology geleitet und von der FFG gefördert wird, beginnt die praktische Umsetzung. Ziel ist die Integration kooperativer Speicherlösungen in das bestehende Energiesystem – technisch, wirtschaftlich und benutzerorientiert. Die Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich sowie die Plattform für Energiegemeinschaften begleiten das Vorhaben fachlich und kommunikativ.
Unternehmen als Treiber der Energiewende: Würth Österreich
Ein Vorreiter in der Region ist das B2B-Handelsunternehmen Würth Österreich. Am Standort Böheimkirchen wurden im Jahr 2024 mehr als 203.000 kWh Strom in das öffentliche Netz eingespeist. Darüber hinaus investiert das Unternehmen in eine umfassende Diversifizierung der Energieversorgung. Mit dem Bau einer Geothermieanlage – bestehend aus 188 Bohrsonden in 130 Metern Tiefe – wird die bisherige Gasheizung abgelöst.
Alfred Wurmbrand, Geschäftsführer von Würth Österreich, betont: „Im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensstrategie verfolgt Würth einen klaren CO₂-Reduktionsplan bis 2030. Mit Projekten wie dem Ausbau unserer Photovoltaikflächen, der neuen Geothermieanlage in Böheimkirchen und firmeneigenen E-Ladestellen setzen wir konkret auf Vermeidung und Reduktion von Emissionen – Kompensation kommt nur für unvermeidbare Restemissionen in Frage.“
Mit 40 firmeneigenen E-Ladestellen in ganz Österreich ergänzt das Unternehmen seine Maßnahmen im Bereich der nachhaltigen Mobilität. 24 davon befinden sich direkt am Standort Böheimkirchen.
Regionalentwicklung mit Weitblick
Die Klima- und Energiemodellregion Elsbeere Wienerwald vereint 13 Gemeinden, die sich seit 2007 der gemeinsamen nachhaltigen Regionalentwicklung verschrieben haben. Neben dem weiteren Ausbau von Photovoltaik und Elektromobilität fokussiert man nun die Effizienzsteigerung öffentlicher Gebäude und die verstärkte Nutzung regionaler Biomasse.
Die Energiegemeinschaft Elsbeere Wienerwald, gegründet 2021, hat sich in der Bevölkerung etabliert und bildet das Rückgrat für die innerregionale Stromnutzung. Mit dem neuen Fokus auf Speicheranlagen wird nun der nächste Schritt in Richtung Energiezukunft gesetzt.
Über Würth Österreich
Würth ist Spezialist im Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial für die professionelle Anwendung. Die Produktpalette umfasst über 120.000 Artikel: Von Schrauben, Schraubenzubehör und Dübeln über Werkzeuge bis zu chemisch-technischen Produkten und Arbeitsschutz. Zu den Kunden zählen Handwerks- und Industriebetriebe, die von rund 500 Außendienstmitarbeitenden betreut werden. Parallel dazu baut Würth das Niederlassungsnetz in ganz Österreich kontinuierlich aus. In über 75 Würth Shops sind mehr als 5.000 Produkte permanent lagernd. Das Unternehmen beschäftigt knapp 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 292 Millionen Euro. Sprecher der Geschäftsführung ist Alfred Wurmbrand.