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Themenwoche: Spezialgase ermöglichen das moderne Leben

25. November 2019 von Florian Fischer

In vielen Bereichen ermöglichen Spezialgase das moderne Leben, so wie wir es kennen und schätzen. Auch wenn wir sie nicht hören, sehen oder riechen, Spezialgase sind im Dauereinsatz, um unseren Alltag angenehmer und sicherer zu gestalten.

Ohne dass wir auch nur die geringste Notiz von ihnen nehmen, sind sie im Dauereinsatz, um uns das alltägliche Leben so angenehm und so sicher wie nur möglich zu gestalten. Auch wenn es darum geht, genaueste meteorologische Daten zu sammeln, die Reinheitsgüte des Sauerstoffs zu ermitteln, den wir im Sekundenrhythmus einatmen oder zur Gewinnung neuer Erkenntnisse aus Forschung und Medizin. Aber auch in vermeintlich banalen Bereichen wie etwa der Beleuchtungstechnologie kommen sie tagtäglich rund um den Globus zum Einsatz. Die Rede ist von Spezialgasen und Reingasen sowie Gasgemischen, ohne die das moderne Leben, so wie wir es kennen und schätzen, in vielen Bereichen gar nicht mehr denkbar wäre.  

Der Industriegasespezialist Messer ist mit mehr als 60 operativen Gesellschaften in 30 Ländern Europas und Asiens sowie in Peru, Algerien und Neuseeland aktiv. Damit ist die Gruppe weltweit das größte familiengeführte Unternehmen in diesem Segment. Das Spezialgasportfolio von Messer reicht von flüssigem Helium über unterschiedliche Gase hoher Reinheit sowie Edelgase, Standardgasgemische und individuelle Gasgemische. Außerdem bietet Messer auch sämtliche für den Einsatz der Gase notwendigen Armaturen und Gasversorgungssysteme an.

„In Europa stellen wir Spezialgase größtenteils in den Spezialgaswerken in Belgien, Frankreich, Österreich, der Schweiz, Serbien und Ungarn her. Diese Produkte sind durch besonders hohe Qualitätsanforderungen geprägt, die von Messer konsequent verfolgt werden. So verfügen beispielsweise alle unserer europäischen Werke über eine Akkreditierung nach ISO 9001 und viele auch über die Laborakkreditierung nach ISO 17025. Und durch die dezentrale Produktion stellen wir einerseits die markt- und kundennahe Fertigung unserer Produkte sicher und andererseits wird dadurch die gleichbleibend hohe Qualität der Produkte gewährleistet.“

Roland Papst, Leiter des Bereichs Spezialgase bei Messer Austria in Gumpoldskirchen

Einsatzbereiche

Flüssiges Helium kommt vor allem zur Kühlung von Supraleitungen (verlustfreie Leitung von elektrischem Strom) zum Einsatz – „auch Kernspintomografen arbeiten mit supraleitenden Magneten, die mit flüssigem Helium gekühlt werden“, führt Roland Papst einen wichtigen Anwendungsbereich aus der Medizin an.  

In der Meteorologie etwa können weder Satelliten noch Flugzeuge oder Drohnen mit einem schlichten, gasgefüllten Ballon mithalten. Nur durch den langsamen Aufstieg der Messinstrumente in Höhen von bis zu 30 Kilometern nämlich können derartig detailreiche Daten für die Wettervorhersage oder zur Ergründung von diversen Wetterphänomenen gewonnen werden. Auch die Menge der ausgestoßenen Schadstoffe eines Autos lassen sich am besten durch den Einsatz von sogenannten Null- und Kalibriergasen eruieren. „Sie tragen so unter anderem entscheidend dazu bei, dass unsere Atemluft geschützt bleibt“, betont der Messer-Spezialgase-Experte.

Druckdosen für eine kleine Bedarfsmenge von Spezialgasen

Seit einigen Jahren stellt Messer zudem die beiden Edelgase Krypton und Xenon, die meist als Füll- bzw. Betriebsgase in Lampen und Lasern oder bei der Produktion von Isolierglasscheiben (Krypton) zum Einsatz kommen, selbst her. „Diese beiden Gase werden mit hohem Aufwand aus der Luft gewonnen und zählen zu den seltensten Elementen, die auf unserem Planeten vorkommen“, betont Roland Papst.  

Die Bandbreite

Neben flüssigem Helium, das mit einem Siedepunkt von -269 °C zur Erreichung tiefster Temperaturen geeignet ist, verfügt Messer über eine Bandbreite an unterschiedlichen Gasen mit höchster Reinheit – die Palette dabei reicht von den Luftgasen Stickstoff, Sauerstoff und Argon über Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Wasserstoff bis hin zu den wichtigsten organischen Gasen wie unter anderem Methan, Ethan, Ethylen oder Acetylen bzw. anorganischen Gasen wie beispielsweise Ammoniak, Chlor oder Schwefeldioxid. Das Gasangebot von Messer weist natürlich auch alle möglichen Standardgasgemische für die unterschiedlichsten Routineanwendungen aus. Dazu zählen diverse Laseranwendungen genauso wie der Betrieb von Zählrohren.

„Die perfekt organisierte Produktion und das langjährige Know-how ermöglichen gleichbleibende Qualität und kurze Lieferzeiten ab unserem Lager in Gumpoldskirchen“, betont Roland Papst, der zudem auf die Flexibilität von Messer verweist. Denn auch individuelle Gasgemische wie beispielsweise zum Betrieb von empfindlichen Analysegeräten in der Umweltanalytik, der Sicherheitstechnik oder der Qualitätssicherung werden von Messer genau nach Kundenspezifikation und stets unter Wahrung der enorm hohen unternehmenseigenen Qualitätsstandards gefertigt.  

Gasversorgungssystem für Spezialgase

„Damit diese hohe Qualität auch dort ankommt, wo das jeweilige Gas dann letztendlich zum Einsatz kommt, hat Messer für jede Anwendung auch immer das geeignete Gasentnahmesystem parat – vom einfachen Flaschendruckminderer bis hin zum kompletten zentralen Gasversorgungssystem, wofür es im Hause Messer Spezialisten mit langjähriger Erfahrung gibt“, geht Roland Papst ins Detail.

Und bei Messer beginnt die Produktqualität bereits bei der Abfüllung der Gase.

„So können etwa die strengen Spezifikationen für Reingase nur in Flaschen mit einwandfreien inneren Oberflächen eingehalten werden“, betont der Spezialgase-Experte von Messer. „Dafür werden die Stahlflaschen vor ihrer Erstbefüllung bzw. nach einer Wiederholungsprüfung teilweise innen gestrahlt. Zusätzlich werden die Behälter konditioniert, indem sie in einem speziellen Ofen auf ca. 80 °C aufgeheizt und mehrfach mit reinem Stickstoff gespült werden. Dies entfernt noch verbliebene Verunreinigungen auf den Innenflächen“, so Roland Papst.

Flüssiges Helium wird in speziellen Kryobehältern, den sogenannten Dewars, transportiert und gelagert. Auch hier behält Messer die tatsächlichen Bedürfnisse seiner Kunden im Fokus und bietet daher auch Dewars in unterschiedlichen Größen an. „Das reicht von der Lieferung weniger Liter bis zu Dewars mit einer Kapazität von 450 Litern. Großverbraucher, wie Gerätehersteller oder große Forschungseinrichtungen können auch direkt mit Tankcontainern (Kapazität von 40.000 l) versorgt werden“, erläutert Roland Papst.

Aber nicht nur die Menge, auch die Reinheit betreffend, richtet sich Messer absolut nach den konkreten Anforderungen der jeweiligen Kunden. Die Gase werden daher auch in unterschiedlichen Reinheitsstufen produziert – „vom technischen Gas bis zur 6.0-Qualität – also einer Reinheit von 99,9999 %“, steckt Roland Papst die Bandbreite ab.

CANgas, die Reingase aus der Dose

Auch für kleine Bedarfsmengen hat Messer das richtige Angebot: CANgas, die Reingase aus der Dose.

Während nämlich konventionelle Flaschengasprogramme in 2, 10 oder 50 Liter-Flaschen erhältlich sind, wird für viele Versuche oder Messungen bzw. in Forschung und Entwicklung oft eine weitaus geringere Gasmenge benötigt. Die Restmengen in den Flaschen bleiben dann meist ungenutzt. „Für die Überprüfung von Sensoren im Ex-Bereich oder zur Überwachung der Atmosphäre am Arbeitsplatz muss es nicht immer die schwere Stahlflasche sein, hier genügt eine kleine und leichte Druckdose“, weiß der Messer-Spezialgase-Experte. „Die CANgas-Druckdosen aus Aluminium sind klein, leicht und handlich und können fast überall gelagert werden. Die Handhabung der Druckdosen ist denkbar einfach und vor Ort ist nur die tatsächlich benötigte Menge.“

Für das Druckdosenprogramm wurden spezielle Armaturen entwickelt, die direkt auf die Gasdose geschraubt werden können. Dadurch ist mit einem Minimum an unterschiedlichen Bauteilen ein Maximum an Flexibilität bei der Verwendung des jeweiligen Gases gewährleistet. Das abgangsseitige NPT 1/8“ -Innengewinde erlaubt vielfältige Anschlüsse für den Gastransfer.

Sicherheit – Kennzeichnung

Um die hohen Qualitätsstandards durchgehend halten zu können, kommt ein detailliertes Verfahren zur Qualitätssicherung zum Einsatz. Darüber hinaus werden auch immer wieder einzelne Chargen und auch Flaschen analysiert. Danach folgt eine entsprechende Kennzeichnung der Behälter.

„Wichtigste Kennzeichnung ist der Gefahrstoffaufkleber, der neben der genauen Bezeichnung des Gases auch sicherheitsrelevante Angaben zu Transport und sicherem Umgang enthält. Aber auch die Farbkennzeichnung einer Gasflaschenschulter ist in der Norm festgelegt, somit wird eine zusätzliche Information über die Eigenschaft des Gaseinhalts (inert, giftig, brennbar oder oxidierend) in einem Blick geliefert“, erläutert Roland Papst. Eine gelbe Schulterfarbe deutet zum Beispiel auf einen giftigen oder korrosiven Inhalt wie etwa Ammoniak, Chlor, Arsin, Fluor, Kohlenmonoxid, Stickoxid oder Schwefeloxid hin. Ist die Flaschenschulter rot, dann befinden sich brennbare Gase wie Wasserstoff, Methan, Ethylen oder Formiergas in der Flasche. Wenn die Schulter hellblau eingefärbt ist, dann befinden sich Sauerstoff- oder Lachgasgemische (oxidierend) im Behälter, ist die Schulter leuchtend grün, dann hat man es mit inerten Gasen wie Krypton, Xenon, Neon, Schweißschutzgas-gemischen oder Druckluft zu tun.

Roland Papst verweist zudem auf die Sicherheit, die bei Messer großgeschrieben wird. „In diesem Sinn sind selbstverständlich auch alle Messer-Mitarbeiter bestens geschult und auf alle möglichen Fälle gefasst, die beim Hantieren mit Gasflaschen vorkommen können.“

Kategorie: Messer-Woche, News

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