• Zum Inhalt springen
  • Skip to secondary menu
  • Zur Seitenspalte springen

Die Chemie Zeitschrift Österreichs

Das unabhängige Traditionsmagazin

  • Das Magazin
    • Über die Österreichische Chemie Zeitschrift
    • 120 Jahre
    • Abonnement
    • Mediadaten
    • Online-Archiv
  • Resorts
    • Forschung
    • Foto Freitag
    • Messe
    • Publikation
    • Personalia
    • Bildung
  • Messekalender
  • Chemie-Lexikon
  • Links
    • L&B
    • labor
    • Kunststoff
  • Welkin Media Verlag
Aktuelle Seite: Start / News / Messe / IFAT 2016: Nachhaltige Pharmazie im Fokus

IFAT 2016: Nachhaltige Pharmazie im Fokus

15. März 2016 von Gastbeitrag

Ein Gastbeitrag der Messe München zur IFAT2016

Ressourcen- und Energieeffizienz-Potenziale finden sich auch in der Pharma-Industrie – doch gilt es hier, spezifische Randbedingungen zu beachten. Denn die pharmazeutische Industrie unterliegt strengen Regulierungen: Einmal genehmigte Prozessabläufe können nur mit hohem administrativem Aufwand geändert werden. Diese Hürden reduzieren das realisierbare Effizienzpotenzial aus Kosten- und Zeitgründen.

Vor diesem Hintergrund startete die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Jahr 2012 die Förderinitiative ‚Nachhaltige Pharmazie‘. In ihrer Förderpraxis verfolgt die DBU das Prinzip, die Ursachen von Umweltbelastungen anzugehen anstatt ‚Sünden der Vergangenheit‘ nachträglich zu korrigieren.

Daher greift die Förderinitiative vorsorgende Ansätze auf, die die Umwelt-auswirkung bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe und pharmazeutischer Produkte stärker berücksichtigen. Neben Maßnahmen, die den Eintrag von Arzneimittelreststoffen in die Umwelt vermeiden, zielt die DBU dabei auch auf den schonenden Umgang mit Ressourcen und eine effiziente Herstellung ab, um den Verbrauch an Rohstoffen, Lösungsmitteln und Energie sowie das Abfallaufkommen zu reduzieren.

Ergebnisse erfolgreicher DBU-Förderprojekte sind beispielsweise die effiziente Herstellung von Beta-Lactam-Antibiotika durch die Reaktionsführung in mikro-technischen Bauteilen oder das Verdoppeln der nutzbaren Ausbeute durch ein biotechnologisches Syntheseverfahren für Profene wie Ibuprofen oder Naproxen.

Im Projekt ‚Energetische Optimierung von Wirbelschichtprozessen mittels PAT-gesteuerter Feedbackschleifen‘ kooperieren unter Federführung der HHU Düsseldorf (Institut für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie) die Unternehmen Glatt, Boehringer Ingelheim Pharma und Parsum bei der Optimierung und Steuerung von Wirbelschichtprozessen. Pharmazeutische Prozesse in einer Wirbelschicht gehören zu den energieintensivsten Herstellungsschritten. Mit Hilfe von Inline-Partikelsonden soll die Entwicklung der Partikelgröße in Echtzeit überwacht und die Ergebnisse für Regel-Algorithmen zur Verfügung gestellt werden.

Best Practice-Vorzeigeprojekte, bei denen es um eine nachhaltige Neuaus-richtung der gesamten Firmen-Philosophie geht, finden sich naturgemäß zuerst bei den größeren Unternehmen, die die dafür erforderlichen personellen und finanziellen Ressourcen haben.

Beispielsweise hat Boehringer Ingelheim mit seinem Energiemanagement systematisch die Weichen für effiziente und zukunftsfähige Standorte in Deutschland gestellt. Energiekennzahlen dienen als Steuergrößen, um die grundsätzlichen Einsparziele für die Standorte und die angestrebten Effizienzstandards für einzelne Gebäude und Prozesse zu überwachen.

Mit diesen Maßnahmenpaketen ist es gelungen, die Effizienz der Anlagen kontinuierlich zu verbessern und CO2-Emissionen zu mindern. Am Standort Biberach sind zwei Gasturbinen zur Stromerzeugung installiert, deren Abwärme zur Erzeugung von Dampf genutzt wird. Der Dampf kann ganzjährig genutzt werden: Im Winter zum Heizen und im Sommer mit Absorptionskältemaschinen zum Kühlen. Diese hocheffiziente Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung spart – gegenüber einer konventionellen Versorgung – pro Jahr allein für diesen Standort etwa 15.000 t CO2-Emissionen ein. In Ingelheim trägt der Betrieb des Kraftwerks substanziell zur Ressourcenschonung durch den Einsatz von Altholz bei, das vorwiegend aus der Region stammt. Die Installation von Wärmerück-gewinnungssystemen in Labor-und Produktionsgebäuden sorgt für eine weitere Reduktion beim Kohlendioxidausstoß. Die Investitionskosten amortisieren sich binnen weniger Jahre.

Global aktive Konzerne setzen ihre Nachhaltigkeits-Konzepte auch international um: Umweltgerechte Chemikalienentsorgung in Thailand, Installation einer Waschanlage für restentleerte Flaschen in Indonesien, Sicherheitsschulungen für Kunden auf den Philippinen und Recycling von Küvetten-Tests aus verschiedenen europäischen Ländern: Merck KGaA engagiert sich auf der ganzen Welt für den umweltverträglichen und nachhaltigen Umgang mit Chemikalien – auch nach deren Verwendung. Dieses Verantwortungs-bewusstsein setzt das Unternehmen in einen eigenständigen Prozess um: Die ‚Merck-Retrologistik‘ fasst die gesamte Infrastruktur rund um die Rückführung von Verpackungen und von verbrauchten Chemieprodukten nach hohen Standards für Umweltschutz und Nachhaltigkeit zusammen. Hauptsächlich bündelt Merck in der Retrologistik mehrere Stoffströme und bindet sie in neue Prozesse ein: Rückläufe aus dem Verkauf, benutzte Verpackungen, gebrauchte Küvetten-Tests sowie gebrauchte Lösungsmittel und Laborchemikalien. Die Methoden der Chemielogistiker bilden einen ganzen Werkzeugkasten: Verpackungen werden, wo immer möglich, unter Einhaltung hoher Standards gereinigt und dem Prozess wieder zugeführt. Für heterogene Packmittel gibt es dabei spezielle Lösungen. So betreibt Merck in Darmstadt für die aus vielen unterschiedlichen Elementen bestehenden Küvetten-Tests eine eigene Anlage, in der die Packungen auseinandergenommen und in sortenreinen Teilen recycelt werden.

Pfizer verfolgt seit Jahren bereits eine umfassende ‚Grüne Strategie‘. Mit eigenen Klimazielen sowie zahlreichen großen und kleinen Schritten setzt das Unternehmen konsequent auf nachhaltiges und ressourcenschonendes Handeln. Als Vorreiter gilt das Arzneimittelproduktionswerk in Freiburg. Es hat seinen CO2-Ausstoß drastisch reduziert und kann heute mehr als 90 % seiner Energie aus regenerativen Quellen wie der Solarwärme decken. Eine Geothermie-Anlage und eine der größten Holzpellets-Heizungsanlagen in Europa versorgen die Gebäude mit Wärme. Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen bedeutet, wo möglich, Abfall zu vermeiden – und wo er anfällt, sinnvoll mit ihm umzugehen und Reststoffe einer weiteren Verwertung zuzuführen.

Die von der Pharma-Industrie produzierten Arzneimittel helfen dem Menschen – und sie stellen (weil zu oft unsachgemäß über die Toilette entsorgt) die kommunalen Kläranlagen vor große Probleme. Denn mit den herkömmlichen drei Reinigungsstufen können sie nicht alle Arzneimittelrückstände vollständig aus dem Abwasser entfernen. Eine relativ teure, aber sehr effektive Methode, auch Spuren von Arzneimitteln und deren Abbauprodukte zu eliminieren, ist die Ausstattung von Kläranlagen mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe. Solche zusätzlichen Reinigungsschritte sind vor allem eine Ozonbehandlung des Abwassers oder die Aktivkohlefilterung. Nicht nur die Arzneimittelbelastung der Gewässer könnte dabei deutlich reduziert werden, auch zahlreiche andere gewässerbelastende Chemikalien würden entfernt.

In einem Forschungsprojekt des Fraunhofer Instituts für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) und der AWAS International GmbH ist es gelungen, mit einer Verfahrenskombination aus Aktivkohle-Adsorption und Membranfiltration eine entsprechende technische Lösung zu entwickeln. Dabei werden keramische Membranen mit Kohlenstoff als adsorptiv wirksamer Filtrationsschicht imprägniert. Es ist gelungen, das Antiepileptikum Carbamazepin bis zu Konzentrationen von mehreren mg/l sicher zurück-zuhalten. Da in der Praxis die im Abwasser auftretenden Konzentrationen im Nanogrammbereich liegen, ist eine lange Standzeit des Membran-Adsorbers zu erwarten. Auch die Desinfektionsleistung des neuen Systems wurde bestätigt: Die Keimbelastung, gemessen als koloniebildende Einheiten an coliformen Bakterien (KBE), wurde auf 0 KBE/100 mg reduziert. Am Ende des Lebens-zyklus kann die Aktivkohle ausgebrannt und neu aufgebracht werdend, während sich der Membranträger recyceln lässt.

Die hier beispielhaft genannten Umwelttechnikunternehmen können alle auf der nächsten IFAT getroffen werden – zusammen mit über 3.000 weiteren Ausstellern. Die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoff-wirtschaft findet vom 30. Mai bis 3. Juni 2016 auf dem Münchner Messegelände statt. Seit 50 Jahren ermöglicht die Innovationsplattform Business-to-Business-Kontakte auf Augenhöhe und bringt dabei auch und gerade Anwender aus allen Industriebereichen mit den international führenden Umwelttechnologieanbietern zusammen.

[alert-success]Über die IFAT
Die IFAT ist die weltweit führende Branchenveranstaltung für Umwelttechnologien. Zur letzten Veranstaltung kamen 3.081 Aussteller aus 59 Ländern und 135.288 Besucher aus 168 Ländern. Die IFAT hat einen zweijährlichen Turnus; die nächste Ausgabe findet vom 30. Mai bis 3. Juni 2016 in München statt.[/alert-success]

[alert-success]IFAT weltweit
Zusätzlich zur Weltleitmesse IFAT verfügt die Messe München über eine breite Kompetenz in der Organisation weiterer, internationaler Umwelttechnologiemessen. Neben der IE expo in Shanghai organisiert die Messe München die IFAT Eurasia in der Türkei, die IFAT India in Mumbai sowie die IFAT Africa in Johannesburg.[/alert-success]

[alert-success]Messe München
Die Messe München ist mit rund 40 Fachmessen für Investitionsgüter, Konsumgüter und Neue Technologien allein am Standort München einer der weltweit führenden Messeveranstalter. 14 dieser Veranstaltungen sind in ihrer Branche international die Nummer 1. Mehr als 30.000 Aussteller und rund zwei Millionen Besucher nehmen jährlich an den Veranstaltungen auf dem Messegelände, im ICM – Internationales Congress Center München und im MOC Veranstaltungscenter München teil. Darüber hinaus veranstaltet das Unternehmen Fachmessen in China, Indien, der Türkei und in Südafrika. Mit Beteiligungsgesellschaften in Europa, Asien und in Afrika und mit über 60 Auslandsvertretungen, die mehr als 100 Länder betreuen, ist die Messe München weltweit präsent.[/alert-success]

Kategorie: Messe Stichworte: IFAT, Messe München, Pharma

Seitenspalte

Messekalender

  • LOPEC Kongress

    Der LOPEC Kongress 2026 findet vom 24. bis 26. Februar 2026 im Messezentrum München statt und gilt als weltweit bedeutendste Kommunikationsplattform […]

  • LOPEC

    Die LOPEC 2026 findet vom 25. bis 26. Februar 2026 in der Messe München statt und gilt als führende internationale Fachmesse mit begleitendem […]

  • EMPACK Dortmund

    Die EMPACK Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für die Verpackungsindustrie und bietet ein kompaktes Update zu den wichtigsten Innovationen […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss. Im Fokus stehen Produkte, Services und […]

  • PUMPS & VALVES Dortmund

    Die PUMPS & VALVES Dortmund 2026 ist die spezialisierte Fachmesse für industrielle Pumpen, Armaturen und prozesstechnische Komponenten. In nur […]

Die aktuelle Chemie

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Unser Newsletter-Archiv

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Lebensmittel-&Biotechnologie und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • EcoVadis verleiht Platinmedaille an TOMRA Recycling
    am 6. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    TOMRA Recycling erhält die EcoVadis-Platinmedaille und erreicht 87 von 100 Punkten in der Nachhaltigkeitsbewertung. Damit zählt das Unternehmen zu den besten ein Prozent aller weltweit bewerteten Unternehmen innerhalb der letzten zwölf Monate. […]

  • Kontaktlose Energieversorgung für FTS in der Intralogistik
    am 6. Februar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    VAHLE zeigt vom 24. bis 26. März auf der LogiMAT in Stuttgart Lösungen zur kontaktlosen Energieversorgung von fahrerlosen Transportsystemen. Gezeigt werden Konzepte für die Intralogistik mit induktiver Energieübertragung und punktueller […]

  • EU-Verordnung bringt neue Vorgaben für Kunststoffgranulat
    am 5. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die EU-Verordnung 2025/2365 bringt neue Pflichten für den Umgang mit Kunststoffgranulat. Ein Webinar am 24.2.2026 der Wirtschaftskammer Österreich informiert über Regelungen, Fristen und Anforderungen entlang der Lieferkette. The post […]

  • Vetter senkt Treibhausgasemissionen durch erneuerbare Energien
    am 5. Februar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Vetter hat Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen konkretisiert und stellt die Energieversorgung an seinen Standorten schrittweise auf erneuerbare Energien um. Biomethan und Photovoltaik sind dabei Bestandteile der Energieversorgung. […]

  • Betti Heick verstärkt ab März 2026 den Vorstand von Biesterfeld
    am 4. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Biesterfeld beruft Betti Heick zum 1. März 2026 in den Vorstand der Biesterfeld Group. Die Entscheidung ist Teil eines strukturierten Nachfolgeprozesses und stärkt die strategische Weiterentwicklung in zentralen Märkten und Geschäftseinheiten. […]

  • INTEGRA unterstützt Einstieg in die Laborautomatisierung
    am 4. Februar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    INTEGRA Biosciences startet ein Preisausschreiben, bei dem ein Labor beim Übergang von manuellem Pipettieren zu automatisierten Pipettierprozessen unterstützt werden soll. Angesprochen werden Labore, die den Schritt zur Laborautomatisierung im […]

  • PULSEspencer R ermöglicht kontaktloses Low Volume Dispensing
    am 3. Februar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Der PULSEspencer R ist eine neue kontaktlose Dispenser-Lösung von Analytik Jena für Low Volume Dispensing. Das System ermöglicht präzises Dosieren im Pico- bis Mikroliterbereich und unterstützt automatisierte Laborworkflows in den […]

  • Kreislaufwirtschaft als Schlüssel für Rohstoffsicherheit
    am 3. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Bei einem Austausch von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit dem Senat der Kreislaufwirtschaft und ecoplus wurden die Rolle der Kreislaufwirtschaft für Rohstoffsicherheit, regionale Wertschöpfung und die erforderlichen gesetzlichen […]

  • JEC Innovation Award 2026 für innovatives Batteriegehäuse
    am 2. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die TU Chemnitz wird für ein innovatives Batteriegehäuse aus thermoplastischen Verbundwerkstoffen mit dem JEC Innovation Award 2026 ausgezeichnet. Das großserienfähige Fertigungsverfahren zeigt neue Wege für Leichtbau, Sicherheit und […]

  • LIGAND-AI liefert offene Daten für die Wirkstoffforschung
    am 2. Februar 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Das internationale Projekt LIGAND-AI baut eine offene, großskalige Datenbasis für die KI-gestützte Wirkstoffforschung auf. Über fünf Jahre entstehen experimentelle Protein-Ligand-Daten, die rechnergestützte Hit-Identifizierung und -Optimierung […]

Schlagwörter

Aktuelle Nachrichten über BASF analytica Analytik Analytik Jena Anlagenbau Automation Automatisierung Awards B&R BASF Borealis BR CEM CO2 Danfoss Digitalisierung Endress+Hauser Evonik FCIO Festo Finance Forschung Foto Freitag FotoFreitag Hardware Industrie 4.0 Jubiläum KI Kreislaufwirtschaft Labortechnik LANXESS Lenzing Logistik Messe München Nachhaltigkeit OMV Personalia Publikation Pumpen Recycling Robotik Shimadzu Software Wasserstoff Webinar

Kategorien

Copyright © 2026 · WelkinMedia Fachverlag