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Wegbereiter für die Produktion von morgen: Industrie 4.0

Der Mechatronik-Cluster, Initiative der Länder Oberösterreich und Niederösterreich gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur Business Upper Austria veranstaltete am 7. und 8. Oktober in Linz die Konferenz der Nationalen Clusterplattform Österreich und das dazugehörige Symposium Industrie 4.0. Dort gab es Ausblicke in die Produktion von morgen, Best-Practice-Beispiele und mehr.

Dr. Peter Hehenberger von der JKU Linz präsentiert Vizekanzler Dr. Mitterlehner und Wirtschafts-Landesrat Dr. Strugl einen Mechatronik-Design-Demonstrator.

Dr. Peter Hehenberger von der JKU Linz präsentiert Vizekanzler Dr. Mitterlehner und Wirtschafts-Landesrat Dr. Strugl einen Mechatronik-Design-Demonstrator | Foto: Business Upper Austria

„Industrie 4.0 ist für das Hochtechnologie- und Industrieland Österreich eine enorme Chance. Damit können wir nicht nur unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, sondern auch ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal entwickeln. Dazu kommt, dass die österreichische Industrie eng mit der deutschen vernetzt ist, die hier weltweit zu den Vorreitern zählt“, unterstrich Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, dessen Ressort als Koordinierungsstelle für die Nationale Clusterplattform fungiert. Zudem wird der Wandel in Richtung Industrie 4.0 gezielt gefördert: „Wir können mit unseren Angeboten und Förderprogrammen den gesamten Innovationszyklus abdecken – von der Grundlagenforschung über die Angewandte bis zur Marktanwendung“, so Mitterlehner. Und: „Der Weg in Richtung Industrie 4.0 eröffnet neue Chancen für den Wirtschaftsstandort. Daher müssen wir diesen Wandel aktiv gestalten, die Unternehmen gezielt unterstützen und die Fachkräfteausbildung verstärken. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden auch in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen.“

Wirtschafts-Landesrat Dr. Michael Strugl betonte bei der Veranstaltung: „Mit Industrie 4.0 sind gänzlich neue Wertschöpfungsmöglichkeiten und Geschäftsmodelle realisierbar. Der Schlüssel zu internationaler Wettbewerbsfähigkeit liegt in der Weiterentwicklung der heimischen Produktion. Gerade die Produktivität kann durch technologiebasierte und organisatorische Verbesserungen in den industriellen Fertigungsprozessen nachhaltig ausgebaut werden.“

Best Practice – 170.000 EUR Kostenersparnis jährlich in der Produktion

Am 7. Oktober öffneten die Unternehmen Internorm International GmbH und Linz Textil GmbH ihre Tore zur Betriebsbesichtigung. Danach präsentierten mehr als 14 Firmen aus der Mechatronik-Cluster Kompetenzgruppe anhand von Use-Cases Anwendungen und Verbesserungen mittels Einsatz von Industrie 4.0. So konnte zum Beispiel ein Unternehmen mittels einer simplen Datenanalyse rund 170.000 EUR Einsparungspotenzial an Prozesskosten identifiziert. Für die Datenerhebung und Analyse investierte das Unternehmen im Gegenzug nur 12.000 EUR. Daraus ergibt sich ein ROI (Return of Investment) von rund 0,8 Monate.

Industrie 4.0 – was steckt dahinter

Im Gespräch - Dr.in Sabine Herlitschka, MBA, Vorstandsvorsitzende Infineon Technologies Austria AG mit KommR DI Günter Rübig, Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologie für OÖ, Obmann der Sparte Industrie der WKOÖ, Dr. Michael Strugl, Wirtschafts-Landesrat Oberösterreich, und DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich.

Im Gespräch – Dr.in Sabine Herlitschka, MBA, Vorstandsvorsitzende Infineon Technologies Austria AG mit KommR DI Günter Rübig, Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologie für OÖ, Obmann der Sparte Industrie der WKOÖ, Dr. Michael Strugl, Wirtschafts-Landesrat Oberösterreich, und DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich | Foto: Business Upper Austria

„Industrie 4.0, ursprünglich als Schlagwort für eine deutsche Hightech-Initiative kreiert, steht heute für eine neue Stufe der industriellen Wertschöpfung. Als befähigende Technologie hierfür wird die Möglichkeit der Vernetzung auf allen Ebenen des Unternehmens und über Unternehmensgrenzen hinweg gesehen. Die damit verfolgten Zielsetzungen sind nicht vollkommen neu, sondern Industrie 4.0 adressiert weiterhin die Verkürzung der Time to market, die Erhöhung der Flexibilität bis hin zu Losgröße 1 sowie die Steigerung der Effizienz in der Produktion“, so Prof. Dr.-Ing. Michael Zäh, Institutsleiter – Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) – Technische Universität München und Key-Note-Referent des Symposiums Industrie 4.0. Laut Prof. Zäh wären insbesondere KMU im Regelfall damit überfordert, alle Möglichkeiten die Industrie 4.0 einem Unternehmen eröffnen auf einmal anzupacken und umzusetzen. Er empfiehlt, vorhandene Systeme hinsichtlich einer stärkeren Vernetzung auszubauen – Beispielsweise ein ERP-System, das zu einer papierlosen Bestellung beim Lieferanten oder zur automatischen Entgegennahme eines Auftrags befähigt wird.

Kooperationspartner der Veranstaltung sind das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, die Nationale Clusterplattform Österreich, die Plattform Industrie 4.0, die Wirtschaftskammer Oberösterreich, die Industriellenvereinigung Oberösterreich und der Mechatronik-Cluster der oö. Wirtschaftsagentur Business Upper Austria.