• Zum Inhalt springen
  • Skip to secondary menu
  • Zur Seitenspalte springen

Die Chemie Zeitschrift Österreichs

Das unabhängige Traditionsmagazin

  • Das Magazin
    • Über die Österreichische Chemie Zeitschrift
    • 120 Jahre
    • Abonnement
    • Mediadaten
    • Online-Archiv
  • Resorts
    • Forschung
    • Foto Freitag
    • Messe
    • Publikation
    • Personalia
    • Bildung
  • Messekalender
  • Chemie-Lexikon
  • Links
    • L&B
    • labor
    • Kunststoff
  • Welkin Media Verlag
Aktuelle Seite: Start / Publikation / TU Wien: Wie es der Schnupfen in unsere Zellen schafft

TU Wien: Wie es der Schnupfen in unsere Zellen schafft

20. Juni 2016 von Florian Fischer

Schnupfen ist lästig und oft so schnell wieder verschwunden, wie er begonnen hat. Aber wie befallen Schnupfenviren eigentlich unsere Zellen? An der TU Wien wird das nun mit einer neuen Kombination von Analysemethoden untersucht. Indem die Viren in unsere Zellen eindringen und dort die RNA aus ihrem Inneren in das Cytoplasma der infizierten Zelle transportieren, beginnt der Ärger – erst dadurch können sie sich vermehren.

Wie diese Ausschleusung der RNA aus dem Inneren des Virus im Detail abläuft, ist schwer zu untersuchen. Die an der TU Wien entwickelte Methode, mit der man diesen Prozess analysieren kann, entstand aus der Kombination zweier etablierter Verfahren – die sogenannten „Molecular Beacons (molekulare Leuchtfeuer)“ und der Kapillarelektrophorese im Chip-Format. Die neue Methode wurde nun publiziert und der Artikeltitel ziert das Cover des Fachjournals „Analytical and Bioanalytical Chemistry“.

Mini-Fußball mit Erbsubstanz

Das Schnupfenvirus, das Prof. Günter Allmaier und sein Team vom Institut für Chemische Technologien und Analytik studierten, ist relativ einfach aufgebaut. Es sieht aus wie ein Nano-Fußball mit einem Durchmesser von ungefähr 30 Nanometern. Seine Schale besteht aus vier verschiedenen Proteinen, die jeweils 60-fach vorhanden sind, im Inneren verbirgt sich die RNA, auf der die Erbinformation des Virus gespeichert ist.

„Bestimmte äußere Bedingungen können das Virus dazu bringen, seine RNA nach außen freizusetzen“, erklärt Victor Weiss, PostDoc von Günter Allmaier. „In unseren Zellen wird das durch einen niedrigeren pH-Wert ausgelöst, man kann denselben Effekt auch erzielen, indem man die Temperatur für zehn Minuten auf 57°C erhöht.“ In diesem Fall organisieren sich die Proteine um, die Schale des Virus bekommt Löcher, durch eines von ihnen wird dann der RNA-Strang freigegeben.

Für viele medizinische Fragen ist es wichtig, diesen Mechanismus genau zu verstehen – zum Beispiel für die künftige Entwicklung von Medikamenten, die genau diesen RNA-Transfer verhindern. Die Dynamik dieses Vorgangs konnte bisher nicht direkt beobachtet werden. In den Labors der TU Wien wird dieser Prozess aber nun experimentell zugänglich gemacht.

Fluoreszierende Marker und Elektrophorese

Man verwendet sogenante „Molecular Beacons“ – das sind maßgeschneiderte RNA (oder DNA-) Moleküle mit zwei verschiedenen Enden. An einem Ende sitzt ein Fluorophor, der aufleuchtet, wenn man ihn mit Laserlicht einer bestimmten Wellenlänge bestrahlt, am anderen Ende ein „Quencher“, der genau dieses Aufleuchten verhindert. „Anfangs ist das Molekül zusammengeklappt, Fluorophor und Quencher befinden sich ganz nahe nebeneinander, dann ist die Fluoreszenz sehr gering“, erklärt Victor Weiss.

Die Molecular Beacons können allerdings an eine ganz bestimmte RNA-Sequenz andocken. Wenn das passiert, klappt das Molekül auseinander, Fluorophor und Quencher sind plötzlich weit voneinander entfernt, und wenn man das Molekül dann mit dem passenden Laserlicht bestrahlt, fluoresziert es.

Man kann diese Molecular Beacons also verwenden, um bestimmte RNA-Sequenzen nachzuweisen. Diese Technik wurde an der TU Wien mit einer anderen bewährten Technik kombiniert – der Kapillarelektrophorese. Dabei trennt man die Komponenten einer Probe nach ihrer elektrophoretischer Mobilität (Wanderungsgeschwindigkeit in einem elektrischen Feld). Eine kleine Flüssigkeitsprobe wird in einem Chip-Kanal platziert, und dort wir ein elektrisches Feld angelegt, in dem die unterschiedlichen Nanopartikel auf charakteristische Weise unterschiedlich schnell wandern. Nach einer Trennstrecke von etwa eineinhalb Zentimetern trifft dann ein Laserstrahl auf die Partikel. Dort werden dann die leuchtenden Fluorophore des ausgeklappten Molecular Beacons gemessen, die an der Viren-RNA andocken konnten.

„Die unterschiedlichen Bestandteile der Probe kommen zu unterschiedlichen Zeitpunkten beim Laser an, erst dadurch kann man sichergehen, dass man genau misst, was man eigentlich messen möchte“, erklärt Günter Allmaier. „Damit können wir nun beispielsweise zeigen, welches Ende der RNA zuerst aus dem Virus austritt, und wie dieser Prozess genau abläuft.“

Im Prinzip lässt sich die Methode, die im Rahmen eines FWF Projektes gemeinsam mit der Forschungsgruppe Dieter Blaas (Medizinische Universität Wien) entwickelt wurde, auch auf alle anderen Viren anwenden. „Uns geht es um die Entwicklung der Methode, als Testobjekt ist das Schnupfenvirus geradezu ideal“, meint Allmaier. „Wir hoffen aber natürlich, dass sich diese Methode in der medizinischen Forschung etabliert. Dass sie großes Potenzial hat, haben wir nun gezeigt und zeigt sich auch in der Kooperation mit der Firma Agilent Technologies.“

[alert-warning]Publikation

Weiss V.U., Bliem C., Gösler I., Fedosyuk S., Kratzmeier M., Blaas D., Allmaier G.

In vitro RNA release from a human rhinovirus monitored by means of a molecular beacon and chip electrophoresis.

Analytical and Bioanalytical Chemistry.

DOI: 10.1007/s00216-016-9459-2

Kontakt

Prof. Günter Allmaier
Institut für Chemische Technologien und Analytik
Technische Universität Wien

[/alert-warning]

 

Kategorie: Publikation Stichworte: Forschung, TU Wien, Zellforschung

Seitenspalte

Messekalender

  • all about automation Straubing

    The post all about automation Straubing appeared first on Welkin Media Verlag.

  • LAB-SUPPLY Berlin

    The post LAB-SUPPLY Berlin appeared first on Welkin Media Verlag.

  • SchraubTec Hannover

    The post SchraubTec Hannover appeared first on Welkin Media Verlag.

  • MEORGA MSR-Spezialmesse Halle (Saale)

    The post MEORGA MSR-Spezialmesse Halle (Saale) appeared first on Welkin Media Verlag.

  • LAB-SUPPLY Graz

    The post LAB-SUPPLY Graz appeared first on Welkin Media Verlag.

Die aktuelle Chemie

Ausgabe 01 2026

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Unser Newsletter-Archiv

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Lebensmittel-&Biotechnologie und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • Wir sind umgezogen
    am 9. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Werte Leserinnen und Leser, ab sofort finden Sie alle aktuellen Nachrichten aus der Kunststoffindustrie direkt auf https://www.welkinmedia.at/kunststoff/ The post Wir sind umgezogen appeared first on Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • Wir sind umgezogen
    am 9. März 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Werte Leserinnen und Leser, ab sofort finden Sie alle aktuellen Nachrichten aus der Lebensmittel- & Biotechnologie direkt auf https://www.welkinmedia.at/biotech/ Der Beitrag Wir sind umgezogen erschien zuerst auf Lebensmittel- & […]

  • Biochemistry 2026 von Struktur zu biologischer Funktion
    am 9. März 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Die Konferenz Biochemistry 2026 bringt führende Wissenschaftler und Nachwuchstalente zusammen, um aktuelle Entwicklungen von chemischen Strukturen zu biologischen Funktionen zu diskutieren. Vorträge und Poster ermöglichen den Austausch zwischen […]

  • Produktionsreste werden zum Rohstoff
    am 9. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Rondo Plast und Modulpac zeigen, wie Kreislaufwirtschaft in der Praxis funktioniert: Produktionsreste aus PP und PE werden sortenrein erfasst, aufbereitet und als hochwertige Rezyklate wieder in die Wertschöpfungskette integriert. The post […]

  • Partnerschaft schließt Kreislauf für Umreifungsbänder
    am 6. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Excerpt: re-strap und Teufelberger vereinbaren eine langfristige Partnerschaft, um gebrauchte Umreifungsbänder aus dem deutschen Markt hochwertig zu recyceln und als Rohstoff wieder in die Produktion neuer Umreifungsbänder zurückzuführen. The […]

  • CO-Laser ermöglicht klebstofffreie Papierverpackungen
    am 5. März 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Im Fraunhofer-Projekt PAPURE entstehen klebstofffreie Papierverpackungen durch den Einsatz eines CO-Lasers. Das Verfahren ermöglicht das stoffschlüssige Fügen ohne Fremdstoffe und verbessert die Recyclingfähigkeit sowie die industrielle […]

  • XELAMID als neue stoßmodifizierte PA-Familie
    am 5. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    XELAMID ist die neue stoßmodifizierte PA-Familie von Xenia auf Basis von PA11 und PA12. Die Werkstoffe kombinieren mechanische Leistungsfähigkeit, geringe Dichte sowie ausgewogene Eigenschaften für Anwendungen in Sport, Konsum und Industrie. The […]

  • Temperaturindikatoren als Alternative zum Datenlogger
    am 4. März 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Temperaturindikatoren von CiK Solutions machen Temperaturabweichungen bei Arzneimitteln, Lebensmitteln und Chemikalien sofort sichtbar. Durch irreversible Farbänderung ermöglichen sie eine manipulationssichere Sichtkontrolle und reduzieren Aufwand […]

  • Dirk Musser übernimmt Führung bei KraussMaffei
    am 4. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Dirk Musser übernimmt zum 1. April 2026 die Führung bei KraussMaffei Technologies. Er folgt auf Jörg Stech, der das Unternehmen seit 2023 stabilisierte und strategisch neu ausrichtete. The post Dirk Musser übernimmt Führung bei KraussMaffei […]

  • Länderübergreifende Perspektiven für Kreislaufwirtschaft
    am 3. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Internationale Kooperationen zwischen Politik, Industrie und Wissenschaft prägen die Circular Valley Convention 2026. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Projekte, Projektgruppen und praxisnahe Lösungen für Europas Schlüsselindustrien im Kontext […]

[facetwp facet=“categories“]

Schlagwörter

Aktuelle Nachrichten über BASF analytica Analytik Analytik Jena Anlagenbau Automation Automatisierung Awards B&R BASF Borealis BR CEM CO2 Danfoss Digitalisierung Elektrolyse Endress+Hauser Evonik FCIO Festo Finance Forschung Foto Freitag FotoFreitag Hardware Industrie 4.0 Jubiläum KI Kreislaufwirtschaft LANXESS Lenzing Logistik Messe München Nachhaltigkeit novaInstitut OMV Personalia Publikation Pumpen Recycling Shimadzu Software Wasserstoff Webinar

Kategorien

Copyright © 2026 · WelkinMedia Fachverlag