• Zum Inhalt springen
  • Skip to secondary menu
  • Zur Seitenspalte springen

Die Chemie Zeitschrift Österreichs

Das unabhängige Traditionsmagazin

  • Das Magazin
    • Über die Österreichische Chemie Zeitschrift
    • 120 Jahre
    • Abonnement
    • Mediadaten
    • Online-Archiv
  • Resorts
    • Forschung
    • Foto Freitag
    • Messe
    • Publikation
    • Personalia
    • Bildung
  • Messekalender
  • Chemie-Lexikon
  • Links
    • L&B
    • labor
    • Kunststoff
  • Welkin Media Verlag
Aktuelle Seite: Start / News / Forschung / Autolack aus Maisstärke soll Kratzer selbst reparieren

Autolack aus Maisstärke soll Kratzer selbst reparieren

30. Mai 2016 von Florian Fischer

Oberflächliche Mikrokratzer im Autolack sind harmlos, aber verschandeln die glänzende und makellose Oberfläche von Luxuskarossen. Ein neuer Lack von Saarbrücker Forschern soll nun Abhilfe schaffen: Aus Maisstärke gefertigt ist der Autolack in der Lage, wegen der besonderen Anordnung seiner Moleküle kleine Kratzer selbst zu reparieren. Den neuartigen Lack entwickeln Wissenschaftler der Universität des Saarlandes und des INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien gemeinsam. Für die nächsten drei Jahre werden sie vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt 1,1 Millionen Euro gefördert.

Für die netzartige Struktur der neuen Lacke verwenden die Wissenschaftler ringförmige Abkömmlinge der Maisstärke, sogenannte Cyclodextrine. Diese fädeln sie wie Perlen auf mikroskopische Kunststofffäden auf. In den so entstehenden sogenannten Polyrotaxanen sind die Perlen auf dem Faden frei beweglich, und werden durch sperrige Stoppermoleküle am Abfädeln gehindert. Über eine chemische Reaktion werden die Fäden anschließend über die Perlen miteinander vernetzt. „Das entstehende Netzwerk ist beweglich und elastisch wie ein Strumpf“, erklärt Gerhard Wenz, Professor für Organische Makromolekulare Chemie an der Universität des Saarlandes. Nach einem oberflächlichen Lackkratzer kleidet das Material die Lücke wieder aus und der Kratzer verschwindet binnen weniger Tage.

Umweltfreundliche, ringförmige Cyclodextrine aus Maisstärke (grau) bilden die Grundlage des Autolackes, der Kratzer von selbst repariert. | Foto: Universität des Saarlandes
Umweltfreundliche, ringförmige Cyclodextrine aus Maisstärke (grau) bilden die Grundlage des Autolackes, der Kratzer von selbst repariert. | Foto: Universität des Saarlandes

„Das Besondere an unserem Ansatz ist die gute Umweltverträglichkeit“, betont Professor Wenz. „Die Cyclodextrine sind ein Naturmaterial, welches bereits industriell aus Maisstärke gewonnen wird. Wir wollen die chemischen Reaktionen nur in Lösungsmitteln durchführen, die unbedenklich für die Gesundheit sind.“ Zwar sei das Grundprinzip solcher Lacke schon aus Japan bekannt – sie ließen sich jedoch bislang nur mit teuren Ausgangsmaterialien und hochgiftigen Lösungsmitteln herstellen. „Unser geplantes Herstellungsverfahren soll schlussendlich ein klimafreundliches Produkt ohne Schadstoffemissionen bereitstellen, das auch von der Kostenseite überzeugt“, führt Wenz weiter aus. Für die Anwendung im großen Stil genüge es nicht, kleine Mengen im Labor zu erzeugen. Vielmehr müssen Verfahrenstechniken entwickelt werden, mit denen sich die Lacke in einer Pilotanlage im Kilogrammmaßstab herstellen lassen.

Auch das erfolgreiche Upscaling reicht nicht alleine für eine industrielle Anwendung aus. „Die Lacke müssen die Anforderungen der Automobilindustrie erfüllen. Dazu werden wir umfangreiche Testverfahren durchführen“, sagt Carsten Becker-Willinger, Leiter des Programmbereichs Nanomere am INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien in Saarbrücken. Neben der Entwicklung wirtschaftlicher Applikationsverfahren, wie die Sprühtechnik über Roboter, sind umfangreiche Verkratzungs-, Klima- und Bewitterungstests geplant. Sie sollen den Beweis erbringen, dass die Lacke im Sinne der Automobilhersteller einsetzbar sind und die Kratzer auch wirklich innerhalb weniger Tage ausheilen. Bei all diesen Testreihen werden die üblichen ISO-Richtlinien der Lackindustrie berücksichtigt. „Nur wenn wir diese Normrichtlinien erfüllen, ist eine industrielle Anwendung denkbar“, fasst der Saarbrücker Forscher die geplanten Aktivitäten zusammen.

Kategorie: Forschung Stichworte: Autolack, Cyclodextrin, Maisstärke

Seitenspalte

Messekalender

  • all about automation Berlin

    Die all about automation Berlin 2026 feiert am 28. und 29. Januar ihre Premiere in der STATION-Berlin. Als Fachmesse für Industrieautomation, […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Bern

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Bern 2026 ist die größte Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss in der Schweiz. Sie präsentiert modernste […]

  • EMPACK Bern

    Die EMPACK Bern 2026 ist der einzigartige Treffpunkt der Verpackungsindustrie in der Schweiz und bildet den gesamten Verpackungsprozess entlang der […]

  • LOPEC Kongress

    Der LOPEC Kongress 2026 findet vom 24. bis 26. Februar 2026 im Messezentrum München statt und gilt als weltweit bedeutendste Kommunikationsplattform […]

  • LOPEC

    Die LOPEC 2026 findet vom 25. bis 26. Februar 2026 in der Messe München statt und gilt als führende internationale Fachmesse mit begleitendem […]

Die aktuelle Chemie

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Unser Newsletter-Archiv

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Lebensmittel-&Biotechnologie und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • CEM bietet 2026 ein breit gefächertes Online-Seminar Portfolio
    am 12. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Das Online-Seminar Portfolio von CEM für 2026 umfasst vielfältige Technologien aus Analytik, Synthese und Probenbearbeitung und zeigt praxisnahe Anwendungen für Labor, Forschung und Lebensmittel-Biotechnologie. Der Beitrag CEM bietet 2026 ein […]

  • Neue Ära für Digitalisierung und Kollaboration im Werkzeugbau
    am 12. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Das Symposium in Deggendorf und das neu eröffnete IWFM der TH Deggendorf setzten deutliche Impulse für Digitalisierung, Standardisierung und Kollaboration im Werkzeugbau. The post Neue Ära für Digitalisierung und Kollaboration im Werkzeugbau […]

  • L XHP Hochdruck-Schraubenverdichter für Industrieprozesse
    am 11. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Der Schraubenverdichter GEA Grasso L XHP verbindet ein optimiertes Design mit hoher Robustheit und eignet sich damit besonders für NH₃-Wärmepumpen und Hochdruck-Gasanwendungen. Die erweiterten Betriebsparameter ermöglichen vielseitige […]

  • Effiziente Trocknung mit Infrarot-Drehrohrtechnologie
    am 11. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    B.IRD Machinery stellte auf der K Messe 2025 seine Infrarot-Drehrohrtechnologie vor, die Kunststoffe schneller, energieeffizient und materialschonend trocknet und dadurch neue Maßstäbe für stabile und effiziente Verarbeitungsprozesse setzt. The […]

  • Systemtechnik für nachhaltige Effizienz in der Kunststoffproduktion
    am 10. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Auf der K 2025 zeigte ONI, wie vernetzte Systemtechnik nachhaltige Effizienz in der Kunststoffproduktion ermöglicht. Durch die Verbindung von Maschinen-, Material- und Temperierlösungen entstehen integrierte Prozesse für Qualität und […]

  • Thomas Otto beendet seine Geschäftsführertätigkeit bei Vetter
    am 10. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Thomas Otto beendet nach über 35 Jahren seine Geschäftsführertätigkeit bei Vetter. Der Übergang erfolgt strategisch geplant, während Otto das Unternehmen weiterhin beratend unterstützt. Der Beitrag Thomas Otto beendet seine […]

  • Niederösterreich stärkt Zukunft der Bahntechnologie
    am 9. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Mit einer klaren Schwerpunktsetzung auf Bahntechnologie positioniert sich Niederösterreich strategisch als zentrale Drehscheibe für Mobilität und Infrastruktur der kommenden Jahre. The post Niederösterreich stärkt Zukunft der Bahntechnologie […]

  • Präzise Füllstandsmessung als Grundlage für zuverlässige Prozesse
    am 9. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Dieser Fachartikel von Minebea Intec zeigt, wie gravimetrische Lösungen die Füllstandsmessung in anspruchsvollen Anwendungen präziser und prozesssicherer machen. Der Beitrag Präzise Füllstandsmessung als Grundlage für zuverlässige Prozesse […]

  • GEA AWP launcht ValveCalc 9.0
    am 5. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    ValveCalc 9.0 erweitert das Auslegungsprogramm von GEA AWP um neue Module, aktualisierte Normen, moderne Bedienfunktionen und eine Cloudlösung. Die Version bietet zusätzliche Vergleichsmöglichkeiten und erleichtert die Projektübersicht. Der […]

  • Clearmelt-Competence-Center optimiert PUR-Prozesse
    am 5. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    ENGEL unterstützt anspruchsvolle PUR-Projekte mit dem neuen clearmelt-Competence-Center, das Prozessketten verkürzt, Effizienz steigert und Logistikaufwände reduziert. The post Clearmelt-Competence-Center optimiert PUR-Prozesse appeared first on […]

Schlagwörter

Aktuelle Nachrichten über BASF analytica Analytik Analytik Jena Anlagenbau Automation Automatisierung Awards B&R BASF Borealis BR CEM CO2 Danfoss Digitalisierung Endress+Hauser Evonik FCIO Festo Finance Forschung Foto Freitag FotoFreitag Hardware Industrie 4.0 Jubiläum KI Kreislaufwirtschaft Labortechnik LANXESS Lenzing Logistik Messe München Nachhaltigkeit OMV Personalia Publikation Pumpen Recycling Robotik Shimadzu Software Wasserstoff Webinar

Kategorien

Copyright © 2025 · WelkinMedia Fachverlag