Scale-up bezeichnet die schrittweise Übertragung eines chemischen oder biochemischen Verfahrens vom Labor- oder Technikumsmaßstab hin zur großtechnischen Produktion. Der Begriff stammt aus dem Englischen („to scale up“) und hat sich im deutschen Sprachgebrauch gegenüber der korrekteren, aber weniger gebräuchlichen Bezeichnung „Maßstabsübertragung“ durchgesetzt.
Ziel des Scale-ups ist stets der Bau und Betrieb einer technisch voll funktionsfähigen Produktionsanlage, in der das ursprünglich im kleinen Maßstab getestete Verfahren sicher, effizient und wirtschaftlich umgesetzt werden kann.

Während beim Scale-up Prozesse vergrößert werden, steht das sogenannte Scale-down für den umgekehrten Weg. Hierbei geht es darum, Probleme oder Fehlfunktionen in bestehenden großtechnischen Anlagen durch kontrollierte Modellversuche im kleineren Maßstab besser zu verstehen.
Grundlagen und technische Umsetzung
In der frühen Phase eines Scale-up-Prozesses erfolgt die Entwicklung typischerweise im Labor oder Technikumsmaßstab. Dabei kommt es entscheidend auf dimensionslose Kennzahlen wie die Reynolds-Zahl an. Diese physikalischen Größen sind unabhängig vom Maßstab und bilden die Basis für die spätere Übertragung auf industrielle Anlagen. Sie spielen unter anderem bei der Auslegung von Rührsystemen oder Temperierungseinrichtungen eine zentrale Rolle.
[Grafikvorschlag: Schematische Darstellung eines Scale-up-Prozesses mit Übergängen vom Labor über Miniplant bis zur Produktionsanlage – mit Kennzahlen wie Reynolds-Zahl hervorgehoben]
Versuchsanlagen im Scale-up-Prozess
Die Übertragung eines Verfahrens erfordert oft spezielle Versuchsanlagen, deren Größe und Ausstattung sich nach dem jeweiligen Entwicklungsstand richtet. Hierbei lassen sich drei Hauptformen unterscheiden:
Mikroplant: Miniaturisierte Verfahrenstechnik
Bei einer Mikroplant handelt es sich um eine Anlage im Millimetermaßstab, wie sie etwa in der mikroverfahrenstechnischen Forschung eingesetzt wird. Das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen ist hier besonders groß, was bei stark exothermen oder endothermen Reaktionen die Sicherheit erhöht. Allerdings sind Mikroplants aufgrund ihrer geringen Produktionskapazität oft nicht ausreichend für ein direktes Scale-up.
Miniplant: Flexible Kleinversuchsanlage
Die Miniplant ist eine erweiterte Laboranlage, die typischerweise aus standardisierten Komponenten besteht und bereits alle Stoffströme inklusive Recycling abbildet. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Produktion mit Durchsätzen zwischen 50 g und 1 kg pro Stunde. Diese Form ist ideal für die frühe Prozessentwicklung und erlaubt in bestimmten Fällen bereits die Produktion im Bedarfsmaßstab. Entwicklungszeiten liegen meist bei 6 bis 12 Monaten.
Pilotanlage: Schritt zur Großproduktion
Pilotanlagen bieten Produktionsraten von 5 bis 100 kg pro Stunde und bestehen aus speziell konstruierten Komponenten. Zwar führen die höheren Investitionskosten und längeren Entwicklungszeiten zu einem gesteigerten Aufwand, jedoch liefern Pilotanlagen belastbare Daten, die entscheidend für die endgültige Produktionsauslegung sind.
Neue Ansätze für effizientes Scale-up
Eine aktuelle Entwicklung im Bereich der Verfahrenstechnik ist die Kombination von Miniplant-Technologie und Prozesssimulation. Hierbei wird die Datenbasis aus der Miniplant direkt zur Skalierung in großtechnische Produktionsprozesse verwendet. Dieser Ansatz reduziert die Notwendigkeit zusätzlicher Pilotanlagen und beschleunigt die Implementierung.
Der vorliegende Text stellt eine vollständig überarbeitete und neu strukturierte Fassung des Wikipedia-Artikels “Scale-up” dar. Er unterliegt der Lizenz CC BY-SA 3.0 und enthält keine inhaltlichen Ergänzungen über die Originalquelle hinaus. Stand: 09.05.2025
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