Die millionenschweren Investitionen von Takeda und GL Pharma stärken den Arzneimittel Forschungs- und Produktionsstandort Österreich. Der heimische Pharmastandort steht sowohl in der Produktion als auch in der Forschung und Entwicklung unter starkem internationalen Wettbewerbs- und Preisdruck.

“Heute ist ein erfreulicher Tag für die Gesundheitsversorgung der österreichischen Bevölkerung“, begrüßt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) die heute bekannt gegebenen Standorterweiterungen der beiden großen Pharmaunternehmen Takeda und GL Pharma in Wien und in der Steiermark. „Die Investitionen stärken sowohl den Forschungs- als auch den Produktionsstandort für Arzneimittel. Das ist wichtig für die Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Medikamenten und schafft neue, hochwertige Arbeitsplätze und Wertschöpfung für Österreich“, so Hofinger.
Investitionen im je dreistelligen Millionenbereich
In Lannach, südlich von Graz, wurde die Erweiterung des Produktionsstandorts von GL Pharma gefeiert. Auf einer Fläche von 15.000 Quadratmetern werden künftig mehr als 10 Milliarden Einzeldosen oraler Fertigarzneimittel hergestellt werden. Das ist mehr als eine Verdoppelung des bisherigen Produktionsvolumens. Mit einer Investitionssumme im fast dreistelligen Millionenbereich werden insgesamt bis zu 200 Arbeitsplätze geschaffen.
Das biopharmazeutische Unternehmen Takeda investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in das „Labor der Zukunft“ in der Wiener Seestadt. Der Spatenstich erfolgte bereits im September 2023. Ab 2026 bietet der Neubau für die biopharmazeutische Forschung und Entwicklung rund 250 Forschern Platz. Diese arbeiten dann an neuen innovativen Therapien für Krankheiten, für die es bisher noch keine oder nur unzureichende Behandlungsmöglichkeiten gibt.
Handlungsbedarf bei Preisen und Rahmenbedingungen für den Pharmastandort weiterhin groß
So erfreulich die Investitionen von Takeda und GL Pharma sind, sie dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die gesamte Branche vor großen Herausforderungen steht. Der heimische Pharmastandort steht unter starkem internationalen Wettbewerbs- und Preisdruck. Sowohl in der Produktion als auch in der Forschung und Entwicklung. Durch die ausschließlich auf Preissenkungen ausgerichtete Erstattungspolitik verschwinden jährlich hunderte wichtige Medikamente vom österreichischen Markt. Was zur weiteren Verschärfung der bestehenden Versorgungsprobleme beiträgt. Hier ist ein Umdenken dringend erforderlich.
Die chemische Industrie appelliert daher an die Verantwortungsträger, ein Gesamtpaket zur Sicherung der Arzneimittelversorgung zu schnüren, um die heimische und EU-Produktion zu stärken und damit die langfristige Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Konkrete Maßnahmen dazu wären die Überführung des Preisbandes in eine dauerhafte gesetzliche Regelung. Aber auch eine Indexierung der Arzneimittelpreise zur Abgeltung der Inflation, um die seit Jahren steigenden Produktionskosten abzufedern. Auch ein finanzieller Bonus für Arzneimittel „Made in EU” wäre ein wichtiges Signal an die Industrie. „Versorgungssicherheit gibt es nicht zum Nulltarif. Das haben die Krisen der letzten Jahre allen Europäern vor Augen geführt. Faire Preise für lebenswichtige Medikamente können unsere Widerstandsfähigkeit stärken. Das wäre gut investiertes Geld in die Gesundheit der Menschen und in die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes“, so Hofinger.