• Zum Inhalt springen
  • Skip to secondary menu
  • Zur Seitenspalte springen

Die Chemie Zeitschrift Österreichs

Das unabhängige Traditionsmagazin

  • Das Magazin
    • Über die Österreichische Chemie Zeitschrift
    • 120 Jahre
    • Abonnement
    • Mediadaten
    • Online-Archiv
  • Resorts
    • Forschung
    • Foto Freitag
    • Messe
    • Publikation
    • Personalia
    • Bildung
  • Messekalender
  • Chemie-Lexikon
  • Links
    • L&B
    • labor
    • Kunststoff
  • Welkin Media Verlag
Aktuelle Seite: Start / Allgemein / Verbessertes Verfahren zur thermischen Härtung von sehr dünnem Glas

Verbessertes Verfahren zur thermischen Härtung von sehr dünnem Glas

8. Januar 2021 von Birgit Fischer

An der Friedrich-Schiller-Universität Jena wurde ein Verfahren zur hocheffizienten thermischen Härtung von sehr dünnem Glas weiterentwickelt. Es könnte die Limitierung des thermischen Vorspannens auf Glasdicken im Millimeterbereich beseitigen und den Prozess auf ganz neue Glastypen anwendbar machen.

Die Herstellung von Glas entwickeln Materialforscher der Universität Jena weiter. Sie wollen ein Verfahren zur thermischen Härtung von sehr dünnem Glas in die Praxis überführen. | Foto: Jens Meyer/Uni Jena
Die Herstellung von Glas entwickeln Materialforscher der Universität Jena weiter. Sie wollen ein Verfahren zur thermischen Härtung von sehr dünnem Glas in die Praxis überführen. | Foto: Jens Meyer/Uni Jena

Durch den Prozess des thermischen Vorspannens erhöht sich die Festigkeit und somit die Haltbarkeit von Glas. Herkömmliche Glasscheiben werden in einfacher und hocheffizienter Weise verfestigt, wodurch zahlreiche heute selbstverständliche Glasprodukte wie Sicherheitsverscheibungen, Abdeckgläser auf Solarmodulen oder Duschtrennwände überhaupt erst möglich wurden. So zerfallen Automobilscheiben bei einer Beschädigungen kontrolliert in kleine Krümel anstatt in scharfkantige Bruchstücke.

Dünnes Glas als wirtschaftlicher Faktor

Allerdings unterliegt das thermische Vorspannen einer ganzen Reihe technologischer Grenzen. Insbesondere ist es nur für Glasprodukte mit einer gewissen Mindestwandstärke anwendbar. Dies sind bei Glasscheiben oder Substraten etwa zwei Millimeter. Für eine Vielzahl moderner Glasprodukte spielen heute jedoch oft viel geringere Glasdicken eine wichtige Rolle. Diese ermöglichen nicht nur eine deutliche Material- und Gewichtsersparnis, sondern sind zudem bieg- oder sogar rollbar. Materialwissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben hierfür nun ein Verfahren weiterentwickelt, das die Limitierung des thermischen Vorspannens auf Glasdicken im Millimeterbereich beseitigen könnte und den Prozess zudem auf ganz neue Glastypen anwendbar macht. Der Europäische Forschungsrat unterstützt den Jenaer Glasexperten Prof. Dr. Lothar Wondraczek nun bei der weiteren Entwicklung des Prozesses mit dem renommierten „ERC Proof of Concept Grant“.

Der Jenaer Materialforscher Prof. Dr.-Ing. Lothar Wondraczek erhält einen „ERC Proof of Concept Grant“, um ein Verfahren zur thermischen Härtung von sehr dünnem Glas weiterzuentwickeln. | Foto: Anne Günther/Uni Jena
Der Jenaer Materialforscher Prof. Dr.-Ing. Lothar Wondraczek erhält einen „ERC Proof of Concept Grant“, um ein Verfahren zur thermischen Härtung von sehr dünnem Glas weiterzuentwickeln. | Foto: Anne Günther/Uni Jena

Gradient sorgt für Spannung

„Um das Glas thermisch vorzuspannen, wird es in der Regel zunächst auf über 600 Grad Celsius erhitzt und dann abrupt – meist durch das Anblasen kalter Luft – abgekühlt“, erklärt Prof. Wondraczek. „Das erzeugt einen deutlichen Unterschied in der Abkühlgeschwindigkeit zwischen der Oberfläche und dem Inneren des Körpers.“ Dieser Gradient führt in der Folge zu einer bleibenden Oberflächendruckspannung, der eine Zugspannung im Inneren entgegengesetzt ist. Das Zusammenspiel beider Spannungen führt zu den speziellen Eigenschaften thermisch vorgespannter Gläser.

Entscheidend für den Prozess ist, wie schnell die Wärme dem erhitzten Glas über seine Oberfläche entzogen werden kann. Dies wiederum hängt von zwei Faktoren ab: zum einen von der Wärmeleitfähigkeit des Glases, zum anderen vom Wärmeübergangskoeffizienten – also der Geschwindigkeit, mit der die Wärme in die Umgebung abgeleitet wird. Während erstere unmittelbar an die chemische Zusammensetzung des Materials gekoppelt ist und nicht verändert werden kann, ohne sich vom herkömmlichen Glas zu entfernen, lässt sich die Geschwindigkeit, mit der das Glas abkühlt, durchaus beeinflussen.

Schnelleres Abkühlen dünner Gläser

Genau auf diese Größe konzentrierten sich die Jenaer Materialwissenschaftler, um das thermische Vorspannen auch für dünne Gläser anwendbar zu machen.

„Kühlt man Glas, das eine Dicke von weniger als zwei Millimeter aufweist, mit Luft, so wird die Wärme im Inneren genauso schnell verteilt wie abgeführt – es entsteht also kein Gradient und somit keine Spannung. Deshalb haben wir einen Vorspannprozess entwickelt, bei dem das Glas gerade nicht an Luft, sondern in einem flüssigen Kühlmedium vorgespannt wird.“

Prof. Dr. Lothar Wondraczek, Otto-Schott-Institut für Materialforschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Eine Herausforderung dabei war es, geeignete Kühlmittel zu finden, die bereits nahe der Raumtemperatur flüssig sind, jedoch selbst bei Temperaturen deutlich über 800 Grad Celsius noch nicht verdampfen.

Auf diese Weise lässt sich das thermische Vorspannen auch auf besonders dünne und auf unkonventionell geformte Gläser erweitern. „In Vorstudien haben wir zeigen können, dass das Verfahren auch in der Breite anwendbar ist“, erklärt der Glasspezialist der Universität Jena. „Deshalb wollen wir es nun in die Praxis überführen.“ Zum einen könnten so aufwendigere, teurere und umweltschädlichere Methoden zur Verbesserung der Festigkeit dünnwandiger Gläser abgelöst werden. Zum anderen ließe sich der Einsatz von Glas als Material erweitern, beispielsweise in der Elektrotechnik oder auch bei einfachen Alltagsgegenständen wie Spezialverpackungen, medizinischen Injektoren oder Trinkhalmen.

Kategorie: Allgemein, Forschung, News Stichworte: Glas, Materialforschung, thermisches Vorspannen, Umwelt, Uni Jena

Seitenspalte

Messekalender

  • all about automation Friedrichshafen

    Die all about automation in Friedrichshafen ist die Fachmesse für Industrieautomation, Robotik und Digitalisierung – das […]

  • Circular Valley Convention

    Die Circular Valley Convention 2026 findet am 11. und 12. März im Areal Böhler in Düsseldorf statt und ist eine internationale Plattform für die […]

  • Ersatzteiltagung

    Die 11. Ersatzteiltagung findet am 12. März 2026 in Salzburg statt und ist das wichtigste Jahrestreffen für After-Sales- und […]

  • MEORGA MSR Frankfurt

    Die MEORGA MSR 2026 ist eine Fachmesse für Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik, Prozessleitsysteme sowie Automatisierungs- und Prozesstechnik. In […]

  • LogiMAT

    Die LogiMAT 2026, Internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement, präsentiert vom 24. bis 26. März in Stuttgart einen […]

Die aktuelle Chemie

Ausgabe 01 2026

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Unser Newsletter-Archiv

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Lebensmittel-&Biotechnologie und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • Wir sind umgezogen
    am 9. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Werte Leserinnen und Leser, ab sofort finden Sie alle aktuellen Nachrichten aus der Kunststoffindustrie direkt auf https://www.welkinmedia.at/kunststoff/ The post Wir sind umgezogen appeared first on Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • Wir sind umgezogen
    am 9. März 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Werte Leserinnen und Leser, ab sofort finden Sie alle aktuellen Nachrichten aus der Lebensmittel- & Biotechnologie direkt auf https://www.welkinmedia.at/biotech/ Der Beitrag Wir sind umgezogen erschien zuerst auf Lebensmittel- & […]

  • Biochemistry 2026 von Struktur zu biologischer Funktion
    am 9. März 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Die Konferenz Biochemistry 2026 bringt führende Wissenschaftler und Nachwuchstalente zusammen, um aktuelle Entwicklungen von chemischen Strukturen zu biologischen Funktionen zu diskutieren. Vorträge und Poster ermöglichen den Austausch zwischen […]

  • Produktionsreste werden zum Rohstoff
    am 9. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Rondo Plast und Modulpac zeigen, wie Kreislaufwirtschaft in der Praxis funktioniert: Produktionsreste aus PP und PE werden sortenrein erfasst, aufbereitet und als hochwertige Rezyklate wieder in die Wertschöpfungskette integriert. The post […]

  • Partnerschaft schließt Kreislauf für Umreifungsbänder
    am 6. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Excerpt: re-strap und Teufelberger vereinbaren eine langfristige Partnerschaft, um gebrauchte Umreifungsbänder aus dem deutschen Markt hochwertig zu recyceln und als Rohstoff wieder in die Produktion neuer Umreifungsbänder zurückzuführen. The […]

  • CO-Laser ermöglicht klebstofffreie Papierverpackungen
    am 5. März 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Im Fraunhofer-Projekt PAPURE entstehen klebstofffreie Papierverpackungen durch den Einsatz eines CO-Lasers. Das Verfahren ermöglicht das stoffschlüssige Fügen ohne Fremdstoffe und verbessert die Recyclingfähigkeit sowie die industrielle […]

  • XELAMID als neue stoßmodifizierte PA-Familie
    am 5. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    XELAMID ist die neue stoßmodifizierte PA-Familie von Xenia auf Basis von PA11 und PA12. Die Werkstoffe kombinieren mechanische Leistungsfähigkeit, geringe Dichte sowie ausgewogene Eigenschaften für Anwendungen in Sport, Konsum und Industrie. The […]

  • Temperaturindikatoren als Alternative zum Datenlogger
    am 4. März 2026 von Birgit Fischer (Lebensmittel- & Biotechnologie)

    Temperaturindikatoren von CiK Solutions machen Temperaturabweichungen bei Arzneimitteln, Lebensmitteln und Chemikalien sofort sichtbar. Durch irreversible Farbänderung ermöglichen sie eine manipulationssichere Sichtkontrolle und reduzieren Aufwand […]

  • Dirk Musser übernimmt Führung bei KraussMaffei
    am 4. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Dirk Musser übernimmt zum 1. April 2026 die Führung bei KraussMaffei Technologies. Er folgt auf Jörg Stech, der das Unternehmen seit 2023 stabilisierte und strategisch neu ausrichtete. The post Dirk Musser übernimmt Führung bei KraussMaffei […]

  • Länderübergreifende Perspektiven für Kreislaufwirtschaft
    am 3. März 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Internationale Kooperationen zwischen Politik, Industrie und Wissenschaft prägen die Circular Valley Convention 2026. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Projekte, Projektgruppen und praxisnahe Lösungen für Europas Schlüsselindustrien im Kontext […]

[facetwp facet=“categories“]

Schlagwörter

Aktuelle Nachrichten über BASF analytica Analytik Analytik Jena Anlagenbau Automation Automatisierung Awards B&R BASF Borealis BR CEM CO2 Danfoss Digitalisierung Elektrolyse Endress+Hauser Evonik FCIO Festo Finance Forschung Foto Freitag FotoFreitag Hardware Industrie 4.0 Jubiläum KI Kreislaufwirtschaft LANXESS Lenzing Logistik Messe München Nachhaltigkeit novaInstitut OMV Personalia Publikation Pumpen Recycling Shimadzu Software Wasserstoff Webinar

Kategorien

Copyright © 2026 · WelkinMedia Fachverlag