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Boehringer Ingelheim: Umsatzanstieg und Forschungsfortschritt

Boehringer Ingelheim kann auf ein erfolgreiches 2015 zurückblicken. Bedeutende medizinische Fortschritte und wichtige strategische Weichen habe das Unternehmen setzen können, so Dr. Andreas Barner auf der Bilanzpressekonferenz in Ingelheim.

Währungsbereinigt erzielte Boehringer Ingelheim 2015 einen Umsatz in Höhe von 14,8 Mrd. Euro, was einem Anstieg von 4,1% entspricht. Damit sei die schwierige Phase vergangener Jahre überwunden.

Alle Geschäftszweige können ein Wachstum vorweisen. Freiverkäufliche Arzneimittel machten 2015 rund 10% des Gesamtumsatzes aus, auch das Geschäft mit Tiermedizin bewegt sich in diesem Rahmen. Trotzdem sieht Boehringer Ingelheim hier Notwendigkeit eines Strategiewechsels.

Durchbruch bei Diabetisforschung

Bilanzpressekonferenz Boehringer Ingelheim 2016 | Foto: Österreichische Chemie Zeitschrift

Bilanzpressekonferenz Boehringer Ingelheim 2016 | Foto: Österreichische Chemie Zeitschrift

Auf Forschungsebene freut sich Barner über einen medizinischen Durchbruch in der Diabetisbehandlung.

“Unser Präparat JARDIANCE senkt das Risiko, durch Herz-Kreislauf-Ereignisse zu sterben, um mehr als ein Drittel. Diese kardiovaskulären Effekte kamen auch bei Hochrisikopatienten zum Tragen, bei denen zu Studienbeginn bereits eine Herzinsuffizienz oder eine eingeschränkte Nierenfunktion bestanden hatte. Das Medikament konnte auch das Fortschreiten diabetischer Nierenerkrankungen verglichen mit Placebo signifikant verringern.”

Diese Erfolge der Forschung belegen laut Barner eindrucksvoll, “wie ernst wir unsere Unternehmensvision „Werte schaffen durch Innovation“ nehmen und wie erfolgreich wir ihre Umsetzung vorantreiben. Dabei ist die Fokussierung sicherlich einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren. Nur so lassen sich die notwendigen Mittel für einen erfolgreichen Wettbewerb sicherstellen. Entsprechend haben wir unsere Strategie formuliert und setzen sie jetzt um.”

Erwähnenswert war für Barner auch Wien – die größte Einzelinvestition in Boehringer Ingelheims Unternehmensgeschichte in Höhe von 500 Mio. Euro in das RCV spricht für eine Stärkung des Standortes. Lesen hier auch im Detail das Editorial von Philipp von Lattorf in unserer Ausgabe 1/2016. Über 33 Märkte, darunter Ost- und Mitteleuropa, Schweiz oder Israel werden über Wien gesteuert.

Abschied von rezeptfreien Medikamenten

Um sich im stark konsolidierenden Generikamarkt weiterhin wettberwerbsfähig halten zu können, wären hohe Investitionen notwendig gewesen. Im Hinblick auf andere Geschäftszweige evaluierte Boehringer Ingelheim und entschloss sich aufgrund des Stärkenprofils zum Verkauf von Roxane in den USA und damit zur Veräußerung des Generikageschäftes.

In diesem Sinne wird Boehringer Ingelheim sein Geschäft für freiverkäufliche Medikamente gegen das Tiermedizin-Geschäft des Pharmakonzerns Sanofi tauschen. Dementsprechende Gespräche und Anbahnungen sind Ende 2015 aufgenommen worden.

“Diese Entscheidung ist uns sicher nicht leicht gefallen, da Reden es sich hier um starke Marken handelt, die wir seit vielen Jahrzehnten selbst entwickelt haben und die eng mit unserer Geschichte verbunden sind. In diesem Markt ist unsere Wettbewerbsfähigkeit jedoch auf lange Sicht ohne eine signifikante Verbesserung unserer geografischen Aufstellung und Positionierung in den Wachstumssegmenten nicht mehr so aussichtsreich wie noch vor ein paar Jahren.” so Dr. Barner.

Die Neuausrichtung des Pharma-Unternehmens wird damit auf drei Säulen stehen: Verschreibungspflichtige Medikamente (ohne Generika), Tiergesundheit und Biopharmazie.

Ausblick auf 2016

Barner wird mit Juni 2016 den Vorstand nach 17 Jahren Unternehmensleitung verlassen, verbleibt aber im Gesellschafterausschuß.

Hubertus von Baumbach, von den Gesellschaftern als Nachfolger ausgewählt bedankte sich bei Dr. Barner für seine ruhige Hand bei der Steuerung des Unternehmens und im Namen aller Mitarbeiter für die Vertrauensbasis, die er schaffen konnte.

Für 2016 sieht von Baumbach einen geringeren Umsatzanstieg gegenüber 2015. “Die Früchte unserer in den kommenden Monaten zu leistenden Arbeit werden aber mittelfristig in vielen Bereichen zu einer deutlich gestärkten Marktposition führen.” erläutert von Baumbach. “Wir sind überzeugt, dass wir mit unserer hohen Innovationskraft, unserer gut gefüllten Pipeline und auf Basis unserer strategischen Entscheidungen und Investitionsplanungen unsere anspruchsvollen Ziele erreichen werden.”

Auf die Frage, ob ein Verkauf oder Merge des Unternehmens im Raum stehen würde, antwortete Hubertus von Baumbach: “Unabhängigkeit ist das höchste Steuerungs-Ziel des Unternehmens und so wird es auch bleiben.” Als Versicherung gäbe es stets einen Liquiditätsposten in Höhe von 3 bis 3,5 Mrd. Euro, eben um die gewünschte Unabhängigkeit des Unternehmens zu gewährleisten.

 

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